„Haus der Vereine“ für Mayrhofen


Morsche Türrahmen, rostige Wasserleitung, Duschen aus den 50er Jahren, …. So mancher Gegner der SVg Mayrhofen kommt über den Zustand dieser Sportstätte nicht mehr aus dem Staunen heraus. Das wissen auch die Fußballverantwortlichen schon seit vielen Jahren und haben auch immer wieder auf diesen Missstand hingewiesen. Jetzt scheint eine Lösung dieses Problems in Sichtweite. „Die SVg betreut bis hin zu den Kleinsten über 200 SpielerInnen und ist damit gleichzeitig Heimstätte für zahlreiche Kinder und Jugendliche in Mayrhofen“, meint Obmann Erich Trinkl und fügt hinzu: „Mit jeder Trainingseinheit und mit jedem Spiel holen wir den Nachwuchs weg von der Straße und erfüllen damit auch einen nicht unwesentlichen Beitrag für unser aller Zukunft“.

Aber auch andere Vereine wie der Mayrhofner Skiclub, der Männergesangverein, die Schützengilde, Foto/Videoclub oder die Kindergruppe Hopp Hopp sind auf der Suche nach adäquaten Räumlichkeiten und so reifte die Idee, ein „Haus der Vereine“ am jetzigen Standort des Sportheimes und des AV-Heimes zu errichten. Darüber hinaus gab es Bedarf für das Archiv der Volksbühne. Im Sinne einer zukunftsorientierten Gesamtlösung kam man dann bald zum Ergebnis, dass ein Komplettabbruch, auch der viel später errichteten und bestens erhaltenen und gepflegten AV-Räumlichkeiten, unausweichlich sein würde.

In der Folge wurden alle in Frage kommenden Vereine ersucht, ihre Bedürfnisse und Vorstellungen bekannt zu geben. Die Koordination und Aufbereitung der Ausschreibungsunterlagen wurde vom Büro VIVA-Bauabwicklung von Arthur Dalsass übernommen. Diese bildeten sodann die Grundlage für den beschränkten Architekten-Wettbewerb, der von der Architektenkammer begleitet worden ist.

Sieben Projekte wurden eingereicht, welche von den Vertretern der Gemeinde und der Architektenkammer am 20. Mai 2019 im Rahmen einer Jurysitzung begutachtet wurden. Das Projekt des AO-Architekten-Team aus Innsbuck wurde dabei einstimmig an erster Stelle gereiht. 

„Das Projekt überzeugt durch die Setzung des klar formulierten und in seiner Größe angemessenen Baukörpers im Kontext der kleinteiligen Struktur der Umgebung. Das neue „Haus der Vereine“ steht selbstbewusst als Solitär im östlichen Teil des Grundstückes entlang der Achse der Straße und schafft so eine klare Zonierung der Außenräume. Zufahrt und Parken wird klar getrennt von Tribüne und Freiflächen. Die Zugänge zu den Vereins- und Sporträumen sind getrennt von dem Eingang der Kinderkrippe. Der Neubau an sich ist gut organisiert, die Erschließungsflächen sind minimiert und schaffen eine durchgängig gute Übersicht und kurze Wege. 

Im Untergeschoss befinden sich sämtliche Vereinsräume, die sich um ein Atrium gruppieren, welches gute Belichtungssituationen und interessante räumliche Beziehungen schafft. Die Platzierung des Multifunktionsraumes und der gemeinsamen Toilettenanlage ebendort, bildet die Grundlage für den gewünschten Synergieeffekt.

Die Kantine mit angrenzender Terrasse und Zugang zur Tribüne ist optimal situiert. Das Obergeschoss beherbergt in der nördlichen Hälfte den Alpenverein mit Boulderraum und Freibereich und im südlichen Teil die Betreiberwohnung“, war von der Jury zu hören. An der Ausformulierung der Tribüne und am Kabinentrakt bzw. den öffentlichen Toiletten wird noch im Detail gearbeitet.

Am 22. Juli 2019 wurde das Siegerprojekt „Haus der Vereine“ allen betroffenen Vereinen im Rahmen der 17. Bauausschusssitzung einzeln vorgestellt und so gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, gemeinsam über Detailwünsche und div. Vorstellungen zu beraten und Lösungsvorschläge auszuarbeiten.

„Zur Zeit laufen intensive Gespräche mit allen Beteiligten über Verbesserungs- und Optimierungsvorschläge damit möglichst bald mit der Detailplanung begonnen werden kann. Sie sind die Grundvoraussetzung zur Erstellung einer seriösen Kostenschätzung“, berichtet Vizebürgermeister und Bauausschussobmann Franz Eberharter. Auch das Verkehrs- und Parkplatzproblem wird noch intensiv zu diskutieren sein, da es schon jetzt bei jedem attraktiven Heimspiel rund um den Fußballplatz kaum ein Durchkommen gibt.

 

Fact-Box:

Raumaufteilung für Vereine & Allgemeinflächen

Betreiberwohnung: Im 1. OG mit vorgelagerter Terrasse, Hauptorientierung der Wohnräume Richtung Süden.

Alpenverein: Im 1. OG incl. Boulderbereich mit angrenzender Terrasse. Dorfseitige Ausrichtung des Vereinsraumes.

SVg Mayrhofen: Kantine mit direkt angrenzender Terrasse und Tribüne auf Gartenniveau. Umkleiden, Duschen, Geräteräume und öffentliche WC Anlagen auf Fußballplatz-Niveau. Die Kantine ist durch die vorgeschlagene Situierung auch extern nutzbar.

Schützengilde: Auf Fußballplatz-Niveau, das Zuschauerlokal hat über das Atrium einen direkten Außenbezug.

Kinderkrippe Hopp Hopp Hopp: Auf Gartenniveau mit direktem Zugang zur Grünfläche. Ost-West-Orientierung.

Multifunktionsraum: Auf Fußballplatz-Niveau. Dorfseitige Ausrichtung des Raumes. Im Falle der Raumnutzung durch „fußballfremde“ Personen bei gleichzeitiger Veranstaltung eines Fußball-Matches, kann der Raum über die Stiege und Atrium betreten werden.

Gemeinschaftliche Sanitäranlagen: Auf Fußballplatz-Niveau, an den Multifunktionsraum angrenzend

Fitnessclub Body Fitness: Orientierung zum Atrium

Archiv Volksbühne & Gemeindechronik: Orientierung zum Atrium

Fotoclub/Videoclub: Orientierung zum Atrium

Ski-Club Mayrhofen: Orientierung zum Atrium

Männergesangsverein: Lager im UG Oberflächen