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Sterben

November- Lebensweisheiten

Mittwoch, 9. November 2022

Zum Leben gehört es, sich kraftvoll nach mehr Leben auszustrecken. Ich möchte besser leben, länger und sicherer leben, vor allem intensiver leben. „Es genügt nicht, unserem Leben mehr Jahre zu geben. Wir müssen unseren Jahren mehr Leben geben „(Joseph Höffner). Dass es auch ein Sterben gibt, nehme ich widerwillig zur Kenntnis, vielleicht auch etwas ängstlich, weil sich hier ein Bereich auftut, der mir nicht vertraut ist und Angst einjagt. Aber ich tröste mich damit, dass alles seine Zeit hat und dass diese Zeit erfreulicherweise noch nicht gekommen ist. Doch es ist eine Tatsache: Als mein Leben begann, begann auch mein Sterben. Zellen werden abgebaut, Altersphasen werden zurückgelassen. In mir sitzt etwas, das mich beunruhigt, ein Zerfallprozess ereignet sich, ein ununterbrochener Vorgang der Auflösung. „Wenn der Tod kommt“, sagt Maurice Blondel, „sollten wir das Sterben nicht erst lernen müssen.“ Von Marcel Jouhandeau stammt der Satz: „Der Tod ist nur eine allerletzte Geburt, das Leichentuch unsere letzte Windel.“ Der Tod ist ein Sprung in das Dunkel. Er verlangt totale Hingabe, einen dunklen „Glauben“ an das Leben, das uns nach dem Tod erwartet. Es ist so unvorstellbar, wie es für das Kind im Mutterschoß unvorstellbar wäre, wenn es denken könnte. Das Baby muss blind auf jene vertrauen, die es getragen hat und nun in eine neue Welt gebiert.
„Das Leben und die Liebe im Herzen dieses Lebens können nicht sterben. Sie wandeln sich. Sterben heißt, auf andere Weise zu leben beginnen.“ Michel Quoist

Zillertaler Zeitung

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