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Der Wasserfall von Mayrhofen

Er donnerte bis Mitte Mai des Jahres 1969 in die Stillupklamm

Mittwoch, 1. September 2021
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Genau genommen war es der 15. Mai 1969 als die Ableitung des Stillupbachwassers oberhalb der Wasserfassung des damaligen Stillupwerkes der TIWAG im Zuge des Ausbaus des Zemmkraftprojektes, den Betrieb dieses Werkes wegen zu geringer und nur zeitweiser Restwasserführung einstellen musste. Ab diesem Zeitpunkt war der tosende Wasserfall am Ortsende von Mayrhofen Geschichte.


Vorerst, denn der damalige Fremdenverkehrsverband Mayrhofen übernahm von der TIWAG die Anlagenteile zum weiteren Betrieb des Stillupfalles. Dazu musste bei der zuständigen Wasserrechtsbehörde um das Wasserrecht und die wasserrechtliche Bewilligung angesucht werden. Die dafür notwendige Wasserabgabe für den Wasserfall wurde von der TKW im Jahr 1974 mit folgenden Wassermengen vertraglich zugesichert: 250l/sec. vom 1.6. bis 31.8. bzw. 185 l/sec. vom 1.9. bis 30.9., wobei es der Marktgemeinde Mayrhofen bzw. dem TVB überlassen wurde, ob das Wasser in die Stillupklamm oder über den Wasserfall fließen sollte. Dabei sollte es einstweilen bleiben und um den Stillupwasserfall wurde es ruhig. Bis zum Jahr 1984.
Unter Bürgermeister Franz Hausberger und Vize-Bgm. Josef Fankhauser sowie unter TVB-Obmann Friedrich Pramstraller wurden in diesem Jahr die Verhandlungen und Bemühungen zur Inbetriebnahme des Stillupwasserfalles wieder aufgenommen. Laut Protokoll vom 27. Juli 1984 der Marktgemeinde Mayrhofen stellte sich zu diesem Zeitpunkt die Situation wie folgt dar: „Etwa 100 m oberhalb des alten Stillupwerkes befindet sich ein Auffangbecken, von welchem früher die Druckrohrleitung zum Kraftwek geführt hat. Von dort führt ein freies Betongerinne ca. 500 m in Richtung Schlucht und mündet dort in ein verfallenes Einlaufwehr. Um einen einwandfreien Betrieb des Wasserfalles zu gewährleisten, müsste das Einlaufbauwerk in geeigneter Weise in Stand gesetzt werden. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Inbetriebnahme technisch ohne Probleme möglich ist und auch die Kosten dafür in einem vertretbaren Rahmen liegen würden.“
Viel wurde im darauf folgenden Jahr recherchiert, beraten und in alle Richtungen ermittelt. Auch legte der Verbund an die Marktgemeinde ein lukratives Angebot einer jährlichen Zahlung bis zum Jahr 2053 anstatt der vertraglich zugesicherten Wassermengen, was jedoch sowohl von Marktgemeinde als auch Fremdenverkehrsverband rigeros abgelehnt wurde.
Dennoch kam es schlussendlich nicht zur Umsetzung der Wiederinbetriebnahme des Wasserfalls. Die Kosten für dieses Projekt entpuppten sich nach genauerer Prüfung doch als wesentlich höher als ursprünglich angenommen und so entschieden sich die damaligen Mandatare dafür, das zugesicherte Restwasser dem Stillupbach zuzuführen. Eine weise Entscheidung, wenn man bedenkt welche Aufwertung der heuer vom TVB in Angriff genommene Wanderweg durch die „Stilluppe“ durch einen tosenden Stillupklammbach erfährt.
Umso mehr als der Verbund, im Zuge der Verhandlungen „Überleitung Tuxbach“, auf eine Nutzung des restlichen Wassers aus dem Stillupbach für das Kraftwerk Bösdornau verzichtet hat.

Zillertaler Zeitung

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