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Der neue Strategieplan Zillertal 2023 in Kraft getreten

Präsentation der evaluierten Richtlinien für das Zillertal in Schlitters

Mittwoch, 12. Juli 2023
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66 Seiten umfasst der neu überarbeitete Strategieplan Zillertal 2023 samt dem Handbuch zur Raumordnung im Zillertal welche innerhalb eines Jahres in Zusammenarbeit mit einer Steuerungsgruppe, dem Projektmanagement, 5 Arbeitsgruppen und einem zusätzlichen Experten und Stakeholder evaluiert bzw. erarbeitet wurde. Am 4. Juli 2023 wurden diese neuen Richtlinien nun in der Festhalle Schlitters der Öffentlichkeit vorgestellt.

Unter dem Vorsitz des Obmannes Bgm. Hansjörg Jäger wurde im Frühjahr 2022 beschlossen, den seit 2012 bestehenden Strategieplan für die gesamte Region zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Dieser Strategieplan sollte auf Basis des bestehenden Strategieplanes Zillertal mit Einbindung von Organisationen, Personen und Behörden fortgeschrieben, und die strategischen Themengebiete im Einfluss des Planungsverbandes bearbeitet werden. Die Fragestellungen bzw. Zielsetzungen wurden dabei unter anderem wie folgt definiert: Welches Entwicklungspotenzial hat das Zillertal – vor allem in raumordnungspolitischer Hinsicht? Wo stößt das Zillertal an seine Entwicklungsgrenzen und wie lassen sich diese Grenzen definieren? 

„Wir haben uns den Spiegel vorgehalten und uns angeschaut, was in den letzten Jahren gut und weniger gut gelaufen ist“, so Planungsverbandsobmann Bgm. Hansjörg Jäger aus Ried beim Präsentationsabend. Dabei hob er im Besonderen hervor, dass in den vergangenen Jahren in Summe rund 2.500 Hotelbetten von Investoren verhindert werden konnten und der zügige Glasfaserausbau einen Meilenstein im Zillertal darstellt. Im Bereich der Mobilität hätte das Zillertal seine Ziele aufgrund vieler Unwägbarkeiten verfehlt, wobei aber für die Zukunft hier der Fokus in der Umsetzung der fix fertig ausgearbeiteten Konzepte liege. 

Kernstück im Strategieplan Zillertal sind weitere, strengere Regelungen im Bereich der Raumordnung, die vor allem im Handbuch „Raumordnung im Zillertal“ ihren Niederschlag finden. Dabei geht es im Speziellen um die weitere Verschärfung der Voraussetzungen für Neu- und Umwidmungen. So sollen keine neuen Hotel- und Gewerbebetriebe mehr auf der so genannten „grünen Wiese“ entstehen. Zudem wurden erstmals umfangreiche Regelungen für Wohnbauträger erlassen und die weitere Siedlungsentwicklung solle sich in Zukunft auf den heimischen Bedarf konzentrieren. Auch der Bau von weiteren Zu- und Abfahrten zur Zillertalstraße B169 wird nicht mehr unterstützt, im Gegenteil, weitere Störstellen gehören bereinigt.

Neu im Strategieplan ist die Behandlung des Themas Daseinsvorsorge, Jugend und Sicherheit, wobei hier u.a. Leitmaßnahmen fixiert wurden, wie z.B. die Schaffung von niederschwelligen und bedarfsgerechten Angeboten oder die Installation eines Krisen- und Katastrophenmanagements. Auch das Kulturleben soll in Zusammenhang mit dem Tourismus und dem Regionalmanagement Bezirk Schwaz weiter forciert werden. LH-Stv. Josef Geisler sprach in seiner Rede über die Bedeutung der Kultur als „Kitt der Gesellschaft“ in schwierigen Zeiten. Zudem warf er ein Schlaglicht auf die aktuell schwierigen Rahmenbedingungen in der heimischen Landwirtschaft und sprach sich für die verstärkte Annahme heimischer Produkte aus. Überdies nahm er auch Stellung zur aktuellen Diskussion rund um die Zillertalbahn und erklärte weshalb sich die Tiroler Landesregierung für das Antriebskonzept Wasserstoff entschieden hat. 

DI Robert Ortner, Leiter der Abteilung Raumordnung und Statistik im Amt der Tiroler Landesregierung, lobte die neuen raumordnerischen Festlegungen und wies auf die Einzigartigkeit dieser Selbstbindung der Zillertaler Gemeinden hin. Er informierte auch zur erst kürzlich durchgeführten, erfolgreichen Überarbeitung der landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen. Lediglich im Bereich der Architektur bzw. beim Erscheinungsbild hätte das Zillertal Aufholbedarf.

Mag. Stefan Niedermoser, der externe Prozessbegleiter und Präsentator der neuen Zillertal-Strategie meinte: „Ihr braucht auf diese Strategie nicht stolz zu sein. So ein Papier kann jeder relativ schnell schreiben, die Kunst liegt in der Umsetzung.“ Um den Willen zur Umsetzung dieser neuen Strategie zu untermauern, wurde der Strategieplan Zillertal mit dem Handbuch „Raumordnung im Zillertal“ von allen Zillertaler Bürgermeistern öffentlich auf der Bühne am Ende der Präsentation unterzeichnet.

Nähere Infos zum neuen Strategieplan Zillertal mit dem Handbuch „Raumordnung im Zillertal“ sind auf der Homepage des Planungsverbandes Zillertal abrufbar: www.planungsverband-zillertal.at.

Bgm. von Mayrhofen Hans Jörg Moigg beim Unterzeichnen des Strategieplans.

Zillertaler Zeitung

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