Zillertalbahn gibt Gas mit Wassersto ff

Die Vorstände der ZB Helmut Schreiner (l.) und Wolfgang Stöhr freuen sich über ein Plus von 18,5% seit 2012.

Foto: ZVB

Nachdem die Zillertalbahn auch im vergangenen Jahr mit 2,46 Mio. Fahrgästen und einer Steigerung von 26.000 Fahrgästen gegenüber 2016 wieder ein starkes Plus einfahren konnte und damit zu den stärksten Regionalbahnen Österreichs zählt, laufen unterdessen die Arbeiten am Projekt „Zukunft Zillertalbahn 2020+“ auf vollen Touren.

5 Wasserstoff betriebene Schmalspurzüge, mit Option auf drei weitere Fahrzeuge, wurden beim Schweizer Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail geordert. Bereits 2020 soll der erste Zug in Probebetrieb rollen und ab dem Winterfahrplan 2022 wird die Zillertalbahn als erste Schmalspurbahn der Welt umweltfreundlich mit Wasserstoff verkehren und die alte Dieselflotte ersetzen. Damit fällt die Emission von über 2.000 Tonnen klimaschädlichen Treibhausgases weg und die Bahn erspart sich in etwa 800.000 Liter Diesel pro Jahr.

Die neuen Züge werden mit 250 Plätzen fast doppelt so viel Kapazität aufweisen und die Fahrzeit von Mayrhofen nach Jenbach wird von 55 auf 45 Minuten sinken. Für Schüler und Pendler sind darüber hinaus noch beschleunigte Züge vorgesehen, die diese Distanz in nur 36 Minuten schaffen werden. „Mit diesem Projekt und einem Investitionsvolumen von rund 80 Millionen Euro für Fahrzeuge und Infrastruktur wird die Verbindung zwischen Mayrhofen und Jenbach wesentlich leistungsfähiger. Wir wollen damit einen Beitrag zur Lösung des Zillertaler Verkehrsproblems leisten,“ so die Vorstände Wolfgang Stöhr und Helmut Schreiner, zumal auch noch die Anbindung an die Skigebiete Hochzillertal, Zillertal Arena und Mayrhofen auf der Agenda stehen.

Wie funktioniert der Antrieb?

Durch Elektrolyse wird in der noch zu erstellenden Produktionsanlage in Mayrhofen Wasserstoff erzeugt. Dabei spaltet Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff auf. Der farb- und geruchlose Wasserstoff wird in Tanks gespeichert und ist damit gleichzeitig Treibstoff und Medium für einen Stromspeicher. Im Zug befinden sich Brennstoffzellen, die den Wasserstoff mit Sauerstoff wieder in Strom rückwandeln, der das Fahrzeug emissionsfrei antreibt.