Wolf im Zillertal unterwegs

Fotos: ZOOM.TIROL

Hannes und Hanspeter Kircher


Bereits Ende März vermuteten Experten der Landesveterinärdirektion, dass ein in Gerlos vorgefundener Rotwild-Kadaver auf einen Wolf zurückzuführen war.

 

„Schon beim Auffinden des getöteten Wildes ließ uns das Rissbild an einen Wolf glauben“, war von den Beauftragten für große Beutegreifer des Landes Tirol zu hören und sie berichten weiter: „Derzeit gibt es keine weiteren Hinweise auf Risse oder andere Aktivitäten eines Wolfes im Zillertal“. 

 

Bis, ja bis vergangenen Freitag, den 15. Mai, als der 40-jährige Bergbauer Hanspeter Kircher, gemeinsam mit seinem 16-jährigen Sohn Hannes, am Weg hinter dem Haus plötzlich einen Wolf sah. „Um 7.00 Uhr früh ging ich von meinem Wohnhaus in Richtung Stall. Auf einmal stand ein ausgewachsener Wolf vor mir. Das Raubtier spazierte seelenruhig am Hof umher und zeigte keinerlei Scheu. Noch bevor es im darüber liegenden Wald verschwand,  konnte ich das Tier zum Glück fotografieren, somit habe ich einen eindeutigen Beweis“, erzählt der Bergbauer aus Bruck und weiter: „Diese unheimliche Begegnung wird mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben“.

 

Beim darauf folgenden Lokalaugenschein mit Landwirtschaftskammer-Präsident NR Josef Hechenberger und Hermann Gahr am Hof der Familie Kircher wurde die Wolfssichtung und die damit verbundenen Folgen besprochen. Kircher ruft dazu auf, das Thema Wolf nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir sind verunsichert und geschockt und haben natürlich auch Angst um unsere Kinder und unsere Tiere. Für uns war der Wolf immer weit weg, jetzt steht er plötzlich vor unserer Haustüre. Ich erwarte mir, dass die Politik Maßnahmen setzt, um die Ausbreitung der Wölfe zu unterbinden“, bekräftig Hanspeter Kircher.