Vom Spieljoch zum Mt. Everest Basislager

Auf 5.200 m Seehöhe sorgt die alte Spieljochbahn Gondel für die Erholung vom Bergsteigen.

Foto: Lutz

Wenn Altem neues Leben eingehaucht wird, ist das immer besonders. Seit 1973 waren die Gondeln der Spieljochbahn in Fügen im Einsatz. Haben im Winter Schnee und Sturm stoisch getrotzt, im Sommer mit der Sonne in der Hitze um die Wette gefunkelt. Durch den Neubau im Dezember 2017 hatten sie ausgedient. Doch mit wohlverdienten Ruhestand wird es nichts - die alten Gondeln starten jetzt erst so richtig durch! Als wetterfeste Sitzmöglichkeiten in Biergärten, als Spa-Erlebnis in Hotels, umgebaut zur privaten Mini-Sauna oder ganz spektakulär: zur Regeneration für Extremsportler in Nepal.

Aus alt mach heiß: die höchstgelegenste Spieljoch-Gondel der Welt steht im Mount Everest Base Camp und dient der Regeneration und Erholung erschöpfter Bergsteiger - das war die Idee der Firma Physiotherm aus Tirol. Diese schickte eine der Gondeln, die 44 Jahre bei der Spieljochbahn in Fügen im Einsatz war, zurück auf den Berg - und zwar direkt auf 5.200 Höhenmeter.

Dafür wurde eine Spieljoch-Gondel zur alpinen Wellnessoase umgebaut, ausgestattet mit duftendem Tiroler Zirbenholz, LED-Beleuchtung und wärmenden Infrarotelementen. Die nötige Energie liefert eine ultramoderne Brennstoffzelle. Der Transport gestaltete sich abenteuerlich: Von der Physiotherm-Zentrale in Tirol ging es nach Kathmandu und dann weiter über eine Bergstraße nach Tibet - begleitet und streng bewacht von eigenen Sherpas. Seit Mitte April steht sie nun im Basislager und sorgt bei den Alpinisten nicht nur für Staunen, sondern unterstützt sie nachhaltig bei der Erholung. 

Aber auch in Hotels sorgen die Gondeln vom Spieljoch für Aufsehen. So wurde eine als Infrarotkabine umgebaute Spieljoch-Gondel auf der Dachterrasse eines Hotels gesichtet, eine andere in einem Iglu- und Saunadorf. Und wer das nötige Kleingeld besitzt, kann sich natürlich auch eine Gondel privat zur Sauna umbauen lassen.