Vom Palmsonntag nach Ostern


Die Karwoche, die Woche vor Ostern, wird eingeleitet und beschlossen von zwei Sonntagen, die - je auf ihre Weise - von der Freude gekennzeichnet sind. 

Am Palmsonntag feiern wir den Herrn, der als König von seiner Stadt Jerusalem Besitz ergreift. Am Osterfest feiern wir Jesus als den Auferstandenen. Am Palmsonntag rufen wir mit dem Volk von Jerusalem „Hosianna“, am Ostersonntag stimmen wir ein in das feierliche „Halleluja“. Die Freude der beiden Sonntage ist freilich von verschiedener Art. Gewiss, auch der Palmsonntag lässt uns die Macht und die Würde Christi ahnen. Aber seine Freude ist begrenzt und vorläufig. Der, der gefeiert wird, sieht als „König“ auf dem Rücken eines Esels armselig und in den Augen seiner Gegner komisch aus. Er wird gefeiert mit den Mitteln irdischer Möglichkeiten: mit ausgebreiteten Kleidern und abgerissenen Palmzweigen. Die Freude des Palmsonntags steht noch im Schatten des Todes. Die Freude des Ostersonntags dagegen ist endgültig und ohne Grenzen. Der, der da gefeiert wird, ist der strahlende Sieger von Golgatha. Es geht nicht nur darum, dass wir Christus auf seinem Leidensweg begleiten. Als Christen müssen wir uns immer bewusst sein, „dass alles irdische Glück seine Grenzen hat“. Wollen wir Christus wirklich folgen, ist für uns unumgänglich, unser eigenes Sterben nicht zu verdrängen, damit wir wie Jesus von der vorläufigen Freude des Palmsonntags zur Freude des ewigen Ostern gelangen. Dieser Weg geht nicht am Karfreitag vorbei. 

ah