Neue Situation an Kindergärten und Schulen


Wie bewältigen eigentlich die Schulen diese neue und größte Herausforderung der Nachkriegszeit? Die Zillertaler Zeitung hielt Nachfrage bei Dir. Herbert Kröll in der „Neuen Mittelschule Hippach“.

Eine Aussendung des „Bundesminis teriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung“ informierte die Bürgerinnen und Bürger über die Verordnung für die österreichischen Schulen mit dem Titel „CORONAVIRUS: Das gilt an Kindergärten und Schulen ab Beginn dieser Woche“ (siehe TT vom Freitag, den 13. März 2020 - Seite 25!). Dieser Erlass allerdings wurde aber noch am Sonntag, den 15.03.2020 abgeändert und lautet vielmehr: „Auf Grund der am Sonntag, den 15.03.2020 im Nationalrat beschlossenen Maßnahmen stehen ab Montag, den 16.03.2020 auch die Volksschulen, AHS-Unterstufen, Neue Mittelschulen sowie die Sonderschulen nur mehr für jene Schüler offen, deren Eltern außer Haus erwerbstätig sein müssen und deren Kinder nicht betreut sind. Damit werden die vom Bundesministerium vergangene Woche festgelegten Maßnahmen (Betreuung der Kinder zu Hause oder in der Schule ab Mittwoch, den 18.03.2020) ausgesetzt und vorgezogen. Was also für Mittwoch, den 18.03.2020 geplant war, gilt bereits seit Montag, den 16.03.2020. Sollte die Betreuung zu Hause nicht möglich sein, besteht die Möglichkeit der Betreuung in der jeweiligen Schule. Die Schule wird allen Kindern Aufgaben und Materialien zur Vertiefung des Lernstoffes zur Verfügung stellen. Die LehrerInnen sind in den Schulen und stehen für Rückfragen zur Verfügung. Keinesfalls sollen die Kinder von den Großeltern betreut werden. Ältere Menschen zählen zu den gefährdeten Gruppen des Virus. Zu Hause bleiben dürfen allerdings auch die über 60-jährigen Pädagoginnen und Pädagogen sowie jene, die sonst ihren Kindern keine häusliche Betreuung anbieten können. Für die 9. Schulstufe sowie für alle weiteren betroffenen Schulen wurde der Unterricht ebenfalls bereits am Montag, den 16. März vorübergehend ausgesetzt. Die LehrerInnen bleiben aber mit den SchülerInnen über diverse digitale Kanäle in Kontakt.

Die „Zillertaler Zeitung“ besuchte am Samstag, den 14. März die „Neue Mittelschule Hippach“ und konnte auf die Frage „Wo es denn die größten Herausforderungen in dieser neuen und bisher noch nie da gewesenen Situation zu bewältigen gab“, von Dir. Herbert  Kröll Folgendes erfahren:

„Die Weisungen der Bildungsdirektion umzusetzen (zeigte auf die mit Verordnungen vollplakatierte Anschlagtafel in der Direktion), betrachtete er als keine große Herausforderung, wohl aber die anfallende Arbeit an Schriftverkehr über Erhebungen und Befragungen (welche Eltern sich in einem Risikogebiet aufhielten u.v.m) sowie auch die Überprüfungen der Rückmeldungen mit zusätzlichen Nachfragen. Herausfordernd und spannend gestalteten sich die nachfolgenden Tage mit täglichen neuen Mitteilungen, für die Direktion mit Übersicht sowie Weitsicht keine „Schnellschüsse zu machen“ und vom Unterrichtsministerium vorbereitete Elternbriefe abzuwarten, anstrengend auch die Bewältigung der zahllosen Telefonate und Vorsprachen in der Direktion, die Berichtigung falscher Informationen an die Eltern über das Ende des offiziellen Unterrichtes (gültig ab Mittwoch, den 18. März 2020 bis zum Beginn der Osterferien) respektive auch über die häusliche und schulische Betreuung in dieser Zeit.

Dringend galt es auch eine Umfrage zu starten, für wie viele SchülerInnen eine Betreuung in der Schule vorzusehen ist und entsprechend von der Schulleitung geplant und vorbereitet werden muss. Die Rückmeldungen wurden seitens dieser Schule am Montag, 16.03.2020 erwartet. 

Nach der Verordnung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung wurde versichert (Bundesminister Heinz Faßmann), dass kein Kind seinen Lehrstoff versäumen wird, wenn es nicht zur Schule geht: Dort wird nur bereits durchgenommener Stoff vertieft und wiederholt, die SchülerInnen, so der Direktor, werden mit entsprechendem Übungsmaterial ausgestattet und von ihren Pädagogen unterstützt. Die Einteilung der SchülerInnen dazu erfolgt nach den in der Stammschule bekannten pädagogischen Kriterien.

Abschließend würdigte Dir. Herbert Kröll die sehr klaren Informationen und Anweisungen seitens des Unterrichtsministers und der Bildungsdirektion, wohl restriktiver als sonst, sodass Unsicherheiten vermieden werden konnten. „Diese klare Vorgaben der beiden Einrichtungen brauchten die Schulen“, so der Direktor. Auch findet er die Maßnahmen seitens der Regierung als klug und notwendig, um der explosionsartigen Ausweitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Auch die Schulen betreffenden Maßnahmen, wie Herausnahme der Kinder vom Unterricht, häusliche und schulische Betreuung, finden großes Verständnis und Zustimmung.

 

Die Stimmung bei den SchülerInnen in der Schule findet er nicht schlecht, wohl aber außerhalb in der Welt der Erwachsenen.  (ag.ZZ)