Fußgängerzone „light“ in Mayrhofen

„Sicherheit und Verkehr“ stand auf dem Programm der diesjährigen Gemeindeversammlung.

Große Prismenwände bei der Einfahrt Mitte sollen künftig als Orientierung für die Gäste dienen.

Bremsen und Gas geben bei den Ausbuchtungen in der Tuxerstraße.


Die jährlich stattfindende öffentliche Gemeindeversammlung widmete sich am Mittwoch, den 16. Oktober 2019 im Europahaus Mayrhofen dem Thema „Sicherheit und Verkehr“. 

Rund 30 Bürger wurden eingangs von der Bürgermeisterin darüber informiert, dass künftig Großveranstaltungen wie z.B. das Huamfahrerfest einer dringenden Evaluierung bedürfen, da sie ansonsten für eine solche Veranstaltung keine positive Stellungnahme mehr abgeben werde. Auch Veranstaltungen wie die Fallschirm-Staatsmeisterschaften, die im Rahmen der Heli-Tage von 13. bis 15.9. stattgefunden haben, wird es auf Grund der Lärmentwicklung nicht mehr geben. 

Anschließend übernahm Verkehrsausschuss-Obmann Markus Bair das Wort und informierte über den einstimmigen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, dass die obere Hauptstraße ab Sommer 2020, und zwar vom 1. Juli bis zum zweiten Sonntag im Oktober, und im Winter von 8. Dezember bis zum dritten Sonntag im April, zur Fußgängerzone umfunktioniert wird. Das allerdings mit zahlreichen Ausnahmeregelungen wie An- und Abreise für Hotelgäste, Anrainer, Ausfahrt von Mitarbeitern, Ladetätigkeit, Arztbesuche und Fahrzeughalter mit erheblichen persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen. 

Man verspricht sich lt. Bair dadurch u.a. eine Erhöhung der Lebensqualität für die Bewohner, mehr Sicherheit durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit 10 km/h, eine bessere Auslastung der Parkgarage „Einfahrt Mitte“ sowie eine Stärkung als Handelsstandort. Dies wiederum wurde seitens anwesender Kaufleute bezweifelt, da ihrer Meinung nach Einheimische, auch von den umliegenden Gemeinden, gleich mit dem Auto woanders hinfahren um einzukaufen und die bisherige Shoppingmeile dann eher zu einer Gastromeile mutieren wird. Darüber hinaus gab man zu bedenken, dass diese Betriebe nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen wurden. Auch Hoteliers gaben zu bedenken, dass z.B. Gäste kein Verständnis haben werden, wenn sie nach einer anstrengenden Bergtour oder nach einem Ausflug nicht mehr zum Hotel zurückfahren dürfen. 

 

Für regen Diskussionsstoff sorgte dann noch das Problem „Tuxerstraße“ mit den neu errichteten Ausbuchtungen, die laut Anwohner nur dafür sorgen, dass die Fahrzeuge in diesen Bereichen abbremsen, um gleich darauf wieder Gas zu geben und zum Teil, speziell in den Morgenstunden, mit stark überhöhter Geschwindigkeit fahren. Auch die Unfallhäufigkeit hat sich laut Bewohner wegen der Ausbuchtungen mit den Betonblumentrögen erhöht. Hans Gasser, ehemaliger Vizebürgermeister von Mayrhofen erinnerte dabei an eine bereits vor Jahren angedachte Variante mit Allee, Bäumen und geschwungener Straßenführung zur Verkehrsberuhigung der Tuxerstraße.

 

Fact-Box:

Verkehrszählung Hauptstraße

Tagesschnitt im Winter:

12.336  Fußgänger

2.039 PKW

176 LKW

Gesamt: 14.551

 

Tagesschnitt im Sommer:

11.367  Fußgänger

2.158 PKW

94 LKW

1.161 Radfahrer

Gesamt: 14.780