Fastenzeit - Traditionen und Rituale


Am Aschermittwoch beginnt die österliche Fastenzeit. Traditionell werden die Palmzweige des letzten Jahres verbrannt und Gläubigen mit der Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Ein Ritual, dass verdeutlichen soll, dass alles vergänglich ist. „Gedenke Mensch dass du aus Staub bist und zum Staub wirst du zurück kehren.“ Der sinnbildliche Startschuss für die 40-tägige Fastenzeit.

Menschen gestalten die Fastenzeit nach eigenen Bedürfnissen oder nach der jeweiligen Religion. Es ist eine Zeit der Besinnung, Fasten bietet aber auch Heilung für den Körper - entschlacken und entgiften - und der Seele die Möglichkeit, Ballast abzuwerfen und zur Ruhe zu kommen.
Die Fastenzeit ist aber auch mit zahlreichen Traditionen und Ritualen verbunden.

Z.B.: „wussten Sie schon …

… dass das Zeichnen des Aschekreuzes auf die Stirn seit dem 11. Jahrhundert besteht?
Damals wurde den Gläubigen öffentlich das Symbol des Aschekreuzes auf die Stirn gezeichnet, um sie somit für die Dauer des Fastens aus der Kirche auszuschließen. Am Gründonnerstag wurde jeder Büßer wieder feierlich in die Kirche aufgenommen.

… dass die Zahl 40 in der Bibel eine besondere Bedeutung hat? Jesus verbrachte nach der Taufe 40 Tage und Nächte in der Wüste, um zu beten und zu fasten - das Volk Israel wanderte nach dem Auszug aus Ägypten 40 Jahre durch die Wüste - Moses war 40 Tage und Nächte auf dem Berg Sinai, um Gott nahe zu sein - den Bewohnern der Stadt Ninive wurden 40 Tage gewährt, um ihre Sünden zu bereuen.

… was hinter dem Brauch des Fastens steckt? Es ist eine alte Tradition, sich vor großen Festen in Verzicht zu üben. Fast vergessen ist die vorweihnachtliche Fastenzeit. Im Mittelalter wurde auch in der Adventzeit gefastet. Hier galten viel strengere Fastenregeln als heute. So waren in dieser Zeit auch keine Milchprodukte wie Käse, Butter und Sahne erlaubt.

… dass die letzte Woche vor Ostern nicht nur Karwoche sondern auch heilige Woche genannt wird? Die dramatischen Höhepunkte im Leben und Wirken Jesus. Palmsonntag - Einzug Jesu in Jerusalem. Gründonnerstag - Die Feier des Paschafestes mit den Jüngern. Karfreitag - Gefangennahme, Verurteilung und Hinrichtung Jesus. Karsamstag - Gedenken an die Grabesruhe Jesu. Osternacht - Auferstehung!

… dass die Fastenzeit 46 und nicht 40 Tage dauert? Die Sonntage werden seit dem Jahr 1091 nicht mehr als Fas-tentage gezählt. An den Sonntagen wird nicht gefastet.

… dass die Fastenzeit nicht nur beinhaltet dass man auf Essen verzichtet? Mittlerweile wird diese Zeit immer öfter dazu genutzt, um für einen gewissen Zeitraum auf tagtägliche, gewohnte und allzu menschliche Bedürfnisse zu verzichten. So ist es vielerorts schon gang und gebe, dass man z.B. autofreie Tage einlegt, für gewisse Tage auf Handy, Fernseher, Computer & Co verzichtet, das Rauchen einschränkt, und, und, und.“

Auf was man verzichtet bzw. wie man fastet, hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert.

Das aktuelle Fasten-ranking sieht wie folgt aus:

1. Alkohol (67%)
2. Süßigkeiten (66%)
3. Fleisch (38%)
4. Fernsehen (33%)
5. Rauchen (32%)
6. Handy, Computer (21%)
7. Auto (15%)