Der Künstler Hans Mauracher aus Kaltenbach

Hans Mauracher (1885 - 1957).

Geburtshaus in Kaltenbach - mit einer Relieftafel aus Bronze an der Vorderfront.

Relief, Schulhaus Kaltenbach.

„Mariä Heimsuchung“, Marienkapelle Kaltenbach.

Grabmal der Mutter, Friedhof in Ried.

Kriegerdenkmal mit Christus an der Martersäule, Pfarrkirche in Ried.


Der aus Kaltenbach stammende Künstler Hans Mauracher hat in der Steiermark seine zweite Heimat gefunden.

Hans Mauracher erblickte am 1. Juli 1885 als fünftes Kind des Wagnermeisters Johann Mauracher und der Elisabeth geb. Angerer das Licht der Welt. Sein Geburtshaus, 1823 von Kassian Angerer erbaut, diente ursprünglich der Salpetersiederei, der zugeheiratete Vater eröffnete eine Wagnerei. Schon während der Volksschulzeit in Ried schnitzte er kleine Tiere und Krippenfiguren. Vierzehnjährig ging Hans Mauracher schließlich nach Schwaz, um bei Franz Kirchmeier den Beruf eines Drechslers zu erlernen. Nebenbei erlernte er das Geigenspiel. So spielte er bei Tanzabenden auf, um sich zumindest teilweise die schwierigen Jahre des Studiums zu finanzieren. Nach der Militärdienstzeit kehrte er 1907 wieder in seinen Heimatort zurück. Er widmete sich nun erneut der Schnitzkunst. Nach dem Tod seines Vaters, der sich stets gegen eine künstlerische Laufbahn ausgesprochen hatte, nahm er sein Leben selbst in die Hand. Er zog nach München und schrieb sich bei der Königlichen Kunstgewerbeschule ein. Hier wurde Hans Mauracher für gut zwei Jahre Schüler von Professor Heinrich Wadere, der Bildschnitzerei und Modellieren für Gussarbeiten unterrichtete. 1912 verließ Mauracher die Stadt München und ging nach Düsseldorf. Dort studierte er an der Akademie vorwiegend Akt bei Karl Janßen. Der Erste Weltkrieg sollte sein Leben völlig verändern. Als Soldat an der russischen Front lernte er Oberst Karl von Spur kennen. Dieser holte ihn nach dem Kriegsende von Kaltenbach, wo es für ihn keine Zukunft gab, 1919 nach Graz. Bis 1922 verwaltete er nun den Besitz der Familie Spur - bis er mit seiner künstlerischen Arbeit Fuß fassen und freischaffend tätig sein konnte. Besonders als Porträtist tat er sich hervor. Schließlich konnte er sich in Waldhof bei Maria Trost ein eigenes Atelier errichten, das er 1937 zu einem Wohnhaus erweiterte. Privates Glück fand er mit seiner Frau Ida, geb. Koch.

Über 500 Werke hat Hans Mauracher insgesamt geschaffen, davon über 40 Kruzifixe und mehr als 50 Weihnachtskrippen. Als Beitrag der Steiermark stiftete diese zum Wiederaufbau des Stephansdomes zwei Figuren von ihm für das Westportal: „Der junge Tobias“ und der „Erzengel Raphael“. Ausstellungen fanden in Graz statt, in Innsbruck, Wien, München, Nürnberg, Berlin, Brüssel und in Rom. Seine hervorragende künstlerische Tätigkeit fand in vielen Ehrungen ihren Widerhall. 1950 wurde er zum Professor ernannt und 1955 erhielt er die Ehrenbürgerschaft der Stadt Graz. Am 22. August 1957 ist Hans Mauracher verstorben. Wenn er auch ein Grazer geworden ist, so kam er dennoch immer wieder für kurze Zeit nach Tirol und besuchte regelmäßig seinen Geburtsort Kaltenbach. Einige von ihm für die Öffentlichkeit geschaffenen Werke zeugen hier von seiner Schaffenskraft.         

ah