Bergbau in den Zillertaler und Tuxer Alpen - Teil 2

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Fällt der Begriff Bergbau im Zillertal, so denkt man in erster Linie an das ehemalige Magnesitwerk in Tux oder an das Goldbergwerk in Zell am Ziller. Doch die Bergmannszunft hatte in unserem Tal noch einiges mehr zu bieten. So wurde, wie in der Ausgabe Nr. 21/2021 berichtet, in Hollenzen bis Anfang der 50er Jahre Asbest sowie Talk, auch Federweiß genannt, abgebaut, und im 16. Jahrhundert auf dem Pfitscherjoch Pyrit. Mit der Serie „Bergbau in den Zillertaler und Tuxer Alpen“ wollen wir basierend auf die wissenschaftliche Arbeit von Marie-Theres Wildauer den Bergbau und die wirtschaftliche Bedeutung für das Zillertal beleuchten.

Mit Teil 2 stellen wir den Pyrit-Abbau vor. Im 16. Jahrhundert baute man am Pfitscherjoch PyritFES2, Schwefelkies oder auch Katzengold genannt, ab. Der Pyrit diente der Herstellung von Schwefel. Zusammen mit Salpeter und Pflanzenkohle wurde es für die Herstellung von Schwarzpulver benötigt. Ab 1500 stieg dessen Bedarf rasant. In den Alpen kommt Schwefel nicht in reiner Form vor, deshalb musste man Pyrit erhitzen. Beim sogenannten „Rösten“ wird der Schwefel herausgelöst. Ein Nebenprodukt dieses Prozesses ist das giftige Gas Arsenik, welches eine Gefahr für die Tiere und Felder der Bauern darstellte.

Die Qualität des gewonnenen Schwefels stellte sich als mangelhaft heraus. Die Produktionskos-ten erreichten zudem die 6-fache Höhe anderer Bergwerke, und es gab wenige schwefelführende Adern. Trotzdem wurde der Pyrit noch längere Zeit abgebaut, da der Abbau „recht einfach sei“, denn es gab nur wenige Lawinen im Winter. Größere Bedeutung erreichte der Pyrit-Abbau am Pfitscherjoch dennoch nicht.