Aus der Kirchengeschichte von Hart


Der Ortsname Hart wird vom Althochdeutschen abgeleitet und soll soviel wie ein „durch Rodung gelichteter Wald“ bedeuten. Früh urkundliche Erwähnungen finden sich um 1100 in einer berühmten Stiftungs- und Schenkungsurkunde der Ritter von Schlitters an das Kloster Georgenberg, wobei hier der Name „mons Hardarius“ (Harterberg) auftaucht und auf ein ausgedehntes Waldgebiet hinweist. Auch die Namen der Weiler Holdernach (= Hollerbüsche) und Helfenstein deuten auf die bayrische Besiedlung im 18. Jahrhundert hin.

Es ist nicht genau bekannt, wann die seelsorgliche Betreuung von Hart begann. Wahrscheinlich wurde das Gebiet von der Urpfarre Zell betreut. Nachweislich wurden ab dem 12. Jahrhundert in größeren Ortschaften eigene Kirchen mit Friedhöfen gebaut und regelmäßig Gottesdienste gefeiert. Die dem hl. Bartholomäus geweihte Pfarrkirche wird erstmals 1486 urkundlich erwähnt. Von dieser gotischen Kirche dürften noch die Statuen der hl. Margarethe und die Mondsichelmadonna stammen. 1604 wurde Hart Vikariat. 1675 erfolgte eine Erweiterung des Gotteshauses; die Kirche wurde barockisiert und erhielt einen zweiten Seitenaltar. Von dieser Kirche zeugt ein Bild in der Harter Marienkapelle. Die jetzige Kirche ist ein Neubau aus den Jahren 1734/35 von Matthias Rangger aus Axams. Die volkstümlichen Fresken (Bartholomäus, Rupert, Virgil, Pirmin, Abendmahl) malte Anton Kirchebner aus Götzens. Im Laufe der Zeit hat die Kirche immer wieder bauliche Veränderungen erfahren. So wurde z.B. 1806 eine zweite Empore eingezogen. Im Jahr 1875 wurde Hart zur Pfarre erhoben. Die Wallfahrtskirche am Harterberg wurde im 17. Jahrhundert zu Ehren der Muttergottes erbaut. Die Legende berichtet, dass die Madonna im Bach neben der Kirche die Windeln gewaschen habe und deswegen das Wasser bei Augenleiden helfe. Die zahlreichen Votivtafeln zeigen, dass die Zillertaler immer wieder bei der Muttergottes auf dem Harterberg

Trost und Hilfe gefunden haben. Vor allem nach einer glücklichen Geburt pilgerten die Frauen mit ihrem Wickelkind zur Kapelle.   

ah