Vom Zoo ins wilde Hochgebirge

Fotos: Klaus Widkal

Auf knapp 2.100 m Seehöhe fand am 26. Juni wenige Gehminuten oberhalb der Berliner Hütte die dritte Steinbock-Auswilderung im Hochgebirgs-Naturpark statt. Rund 100 Interessierte, darunter 50 Schüler und Lehrer der NMS Hippach waren bei der Auswilderung dabei und begleiteten die Steinböcke auf ihren ersten Schritten ins Hochgebirge.

In den letzten drei Jahren wurden insgesamt 17 Steinböcke im Naturpark ausgewildert. Dies stärkt die heimische Population, die auf rund 90-100 Steinböcke geschätzt wird. Durch die Auswilderung leisten der Alpenzoo Innsbruck und der Tierpark Nürnberg einen Beitrag zur Auffrischung der genetischen Vielfalt der Steinbock-Population in den Zillertaler Alpen.

Steinbock-Monitoring

Mit der dritten Freilassung wird das Steinbock-Projekt fortgesetzt, das 2016 begonnen wurde und noch bis 2020 läuft. Dieses Jahr wurden zwei Tiere mit einem GPS-Sender ausgestattet, um ihre jahreszeitlichen Wanderungen zu dokumentieren. „Damit sollen in den nächsten Jahren wertvolle Informationen zum Raumverhalten der Steinböcke in den Zillertaler Alpen gesammelt werden“, berichtet Naturpark GF Willi Seifert. „Ruap und Rosi wurden mit Sendern bestückt, die alle drei Stunden GPS-Daten registrieren. „Die Daten werden von einem unserer Wildbiologen gesammelt, kontrolliert und ausgewertet. Damit wissen wir immer, wo die Tiere gerade unterwegs sind. Die Halsbänder haben einen Baumwollstreifen, der sich nach spätestens drei Jahren zersetzt hat, dann fallen die Halsbänder von selbst ab“, erklärt Christoph Egger von den Österreichischen Bundesforsten.