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„Vergesslich & trotzdem mittendrin“

Hilfe für Menschen mit Unterstützungsbedarf und/oder Demenz

Dienstag, 23. Mai 2023
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Am 12. Mai war der internationale Tag der Pflegenden. Eine gute Gelegenheit, um wieder mehr darauf aufmerksam zu machen, welch wertvolle Arbeit tagtäglich in diesem Bereich geleistet wird. Vor allem das Thema „Demenzerkrankung und deren Begleitung“ betrifft viele von uns. Aus diesem Grund möchten das Caritas Zentrum Zillertal, die Sozialen Dienste Vorderes Zillertal und das Netzwerk demenzfreundliches Zillertal mit einer kleinen Geschichte für ein wenig Sensibilisierung in diesem Bereich sorgen.

Leni macht sich in Fügen auf den Weg zu ihrem Lieblingscafè von früher. Sie hat dort viele schöne Momente mit ihrem Ehemann und ihren Freundinnen verbracht. Auf dem Weg wird Leni unsicher. Hat sie überhaupt Geld dabei? Wen wollte sie noch einmal dort treffen? Plötzlich scheint ihr alles zu viel, sie fühlt sich hilflos in dieser Orientierungslosigkeit und setzt sich auf die nächste Bank. Woher ist sie eigentlich gekommen? Wo wollte sie nochmal so dringend hin? 

Da kommt Klara am Weg vorbei und sieht Leni, die ihr etwas verloren erscheint. Sie kennt sie vielleicht noch von früher. Klara versucht ganz entspannt, mit Leni ins Gespräch zu kommen und sie reden ein paar Sätze. Dann fragt Klara, ob Leni vielleicht eine Mitfahrgelegenheit bräuchte bzw. wohin. Weil sie sich nicht sicher ist, ruft Klara vorsichtshalber im Franziskusheim Fügen an. Dort gibt ihr eine Mitarbeiterin gleich Bescheid, dass sich jemand auf den Weg macht und Leni begleiten wird. Klara setzt sich während der paar Minuten Wartezeit zu Leni auf die Bank und sie plaudern inzwischen ein wenig über früher.

Alternativ hätte Klara auch die Polizei verständigen können, deren Beamte ebenso besonders geschult sind im Umgang mit Menschen mit Demenz und in solchen Situationen weiterhelfen können.

So wie Leni geht es vielen Menschen.

Leni wohnt seit einiger Zeit im Franziskusheim in Fügen. Die Menschen in ihrer Umgebung bemerken ihre zunehmende Vergesslichkeit, vor allem ihr Kurzzeitgedächtnis bereitet ihr immer wieder Herausforderungen im Alltag. Sie weiß plötzlich nicht mehr, was vor einigen Minuten passiert ist – an Orte und Erlebnisse von früher kann sie sich hingegen gut erinnern. Örtliche, zeitliche und personelle Desorientierung gehören sehr häufig zu den Symptomen einer Demenz. So wie es eine Vielzahl an verschiedenen Demenzformen gibt, sind auch die individuellen Symptome und Geschichten der Betroffenen verschieden und schwer zu vergleichen. Vorkommen können z.B. auch Sprachstörungen, Verhaltensveränderungen, Aggressivität, sozialer Rückzug, Verwechslungen oder Unruhe.

Im Franziskusheim (Soziale Dienste Vorderes Zillertal) gibt es einige „Desorientierungssysteme“, die Menschen mit Vergesslichkeit Sicherheit im Alltag geben sollen. Dabei helfen etwa natürliche, optische Begrenzungen oder Sensoren an den Eingängen, die die MitarbeiterInnen verständigen, falls jemand sich auf den Weg macht.

Die Freiheit, das eigene Leben bestmöglich nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten sowie die Teilhabe am sozialen Leben ist für alle Menschen wichtig – auch für Menschen mit Unterstützungsbedarf und/oder Demenz. Diese Freiheit ist auch gesetzlich abgesichert, sodass nur im Notfall die Freiheit eingeschränkt werden darf. Die MitarbeiterInnen kommen ihrer Fürsorgepflicht durch Gespräche oder Begleitung nach, und manchmal auch durch das Abholen einer Person, die den Weg zurück ins Franziskusheim nicht mehr selbstständig findet.

Das Netzwerk demenzfreundliches Zillertal versucht laufend mit Angeboten für Betroffene und Angehörige das Zillertal immer „demenzfreundlicher“ zu machen. So gibt es z.B. monatliche Gesprächsrunden für pflegende Angehörige, einen freiwilligen Besuchsdienst, ein kostenloses Beratungsangebot im Caritas-Zentrum Zillertal oder mobil, sowie Kurse für Angehörige und Informationsveranstaltungen für alle Interessierten. Bei Interesse am Angebot oder weiteren Fragen ist unsere Koordinatorin Silvia Prosser (ab Juni: Andrea Geisler) gerne erreichbar (0676 / 8730 6223).

„Wir freuen uns auch immer über Menschen, die sich ehrenamtlich für die Familien engagieren wollen, und bedanken uns bei allen UnterstützerInnen und WegbegleiterInnen! Ein herzliches Dankeschön auch an die Sponsoren Glas Siller, Gröblacher Trockenbau und Metallbau Erich Trinkl für die Ermöglichung des Infostandes bei der letzten Zillertal Messe!“

Zillertaler Zeitung

Service