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Asbest vom „Goldenberg“ oder Galtenberg

Zillertaler Bergbaugeschichten

Donnerstag, 7. Juli 2022
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Vor ca. 500 Jahren war Asbest ein begehrter Rohstoff für die Auskleidung von Silber-, Kupfer- und Eisenschmelzhütten. Dieses nach heutiger Sicht „giftige“ Mineral wurde auch im Zillertal an verschiedenen Fundstellen abgebaut.
Ladurner (1581) berichtet, dass sich unter anderem auch im Zillertal die Bewohner getreidearmer Gegenden mit dem Asbestabbau (Federweiß) einigen Verdienst erwerben konnten.
Als heute noch bekannte Fundorte gelten Hollenzen, der Greiner und der Bereich des Rotkopfes im Zemmgrund auf ca. 2.800m Seehöhe. Josef Hofer aus Zell am Ziller betrieb laut den vorliegenden Akten aus den Jahren 1833 bis 1895 verschiedene Schürfe für Asbest und verkaufte ihn auch in Fässern nach Deutschland.

In der knapp 200 Jahre alten Geognostischen Karte von Tirol ist eine weitere Fundstelle im Märzengrund eingezeichnet, welche bereits vor ca. 30 Jahren von Walter Ungerank vergeblich gesucht wurde. Jahre vergingen und im Buch von 1922 „Im Zauber des Hochgebirges“ wird der Märzengrund kurz beschrieben: In ca. 3 Stunden erreicht man von Stumm die Gmünderhütte und dass am Goldenberg ein Fundort für Serpentin und Asbest sei, was den Alpenfreunden noch ganz unbekannt zu sein scheint.
Ein neuer Anlauf wurde begonnen, nur wo ist der Goldenberg? Eine Almbesitzerin machte ihn aufmerksam, dass es sich mit dem Goldenberg vermutlich um einen Schreibfehler handelt und wahrscheinlich der Galtenberg gemeint sei.

Im Juni wurde von Ungerank ein neuer Anlauf in den Märzengrund gestartet und über die Koathüttenalm ging es hinauf zur Hochbergalm (1.863m) und höher und weiter in die talaus liegenden Kare.
An einer Geländekante, ganz weit oberhalb von Gmünd befindet sich ein alter Tagbau, wo auf eine Länge von ca. 15 Meter und ca. 4 m Tiefe Asbest vor ca. 500 Jahren abgebaut wurde. Unweit jenem Schurf konnten noch 3 Mauerreste lokalisiert, welche sicher kleine Unterkünfte für die Bergarbeiter waren.

Sämtliche Fundbestände wurden fotografisch und koordinatenmäßig aufgenommen und sollen einmal in einem Werk über die Zillertaler Bergbaugeschichte veröffentlicht werden.

Walter Ungerank
(Mineraliensammler
und Bergbauforscher)

Zillertaler Zeitung

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