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Neophyten, die gebietsfrem den Pflanzen, kurz erklärt

Planungsverband Zillertal

Donnerstag, 9. Juni 2022
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Neophyten sind ursprünglich gebietsfremde Pflanzen, die seit der Entdeckung Amerikas 1492 nach Tirol gelangt sind. Sie verdrängen immer mehr den heimischen Pflanzenbestand und stellen teilweise eine Gefahr für Mensch und Tier dar.

Aus diesem Grund sollten Neophyten bestmöglich eingedämmt werden, indem sie großflächig entfernt werden. Daher wird auch in diesem Jahr eine Neophyten-Sammelaktion für Ende Juni / Anfang Juli organisiert. In Summe gelten mehrere Neophyten-Arten als problematisch, zwei Arten werden in diesem Artikel kurz vorgestellt:

Schmalblättriges/ Süd-afrikanisches Greiskraut:
Vorkommen: Offene gestörte Flächen, Verkehrswege, lichte Wälder, Weideflächen, Felsen. Kommt von der Ebene bis ins Gebirge (1.900 m)
vor.
Problematik: Giftig für Weidetiere und Bienen. Das Gift kann über Fleisch, Milch und Honig vom Menschen aufgenommen werden. Durch die in der Pflanze enthaltenen giftigen Pyrrolizidin-Alkaloide können Weidetiere bei längerer Aufnahme zunächst Schäden an Leber, Lunge und Blutgefäßen inkl. Leberzirrhose erleiden und schließlich daran sterben. Auch Bienenvölker können daran verenden.
Erkennungsmerkmale: Gelbe 1,5 cm bis 2,5 cm große Blüten mit schmalen, scharf gezähnten Blättern, nach Abblühen Fruchtbildung mit Haarkranz (ähnlich wie beim Löwenzahn), Pflanze von Grund an stark verzweigt und oft holzig, 20-100 cm hoch.
Bekämpfung: Ausreißen der gesamten Pflanze. Handschuhe tragen!

Drüsiges/Indisches Springkraut
Vorkommen:
Massenverbreitung bis 1.200 m, derzeit bis gegen 1.500 m
ansteigend an nährstoffreichen, ausreichend wasserversorgten Standorten wie zum Beispiel an Bächen und Flüssen, auf landwirtschaftlichen Brachflächen, Schottergruben, Schlagfluren oder Auen.
Problematik: Die frostempfindliche einjährige Pflanze vermehrt sich sehr effektiv über Samen (bis zu 2.500 pro Pflanze – Springweite des Samens bis zu 8 m). Auch abgerissene oder lose Pflanzenteile können wieder bewurzeln. Die Besiedelung der entsprechenden Standorte erfolgt sehr rasch, dazu reichen einzelne Pflanzen als Initialen aus. Massenbestände wirken sich negativ auf die Diversität aus. Nach dem Absterben der Pflanzen im Herbst ist die oberflächliche Durchwurzelung stark reduziert, was die Gefahr von Erosionen bzw. Hangrutschungen erhöht. Die ausgeworfenen Samen überleben im Boden bis zu 5 Jahre, daher muss die Entfernung der Pflanzen über mehrere Jahre erfolgen.
Erkennungsmerkmale: Gespornte, rosa-violette Blüten mit intensivem süßlichem Duft; Stängel glasig, oft rot, hohl und knotig mit je drei Blättern am Knoten sitzend, gezähnte Blätter
Bekämpfung: Ausreißen vor der Blüte (ca. Mitte – Ende Juni), im August entfernen des Jungwuchses.

Weitere Pflanzenporträts zu giftigen und problematischen Neopyhten-Arten sind im Internet unter https://www.planungsverband-zillertal.at/neophyten-aktion abrufbar.

Zillertaler Zeitung

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