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Leserbrief

Mittwoch, 1. Dezember 2021
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Schreiben Sie was Sie schon immer sagen wollten – dieser Platz ist reserviert für Ihre ganz persönliche Meinung!
Leserbriefe die an dieser Stelle veröffentlicht werden, geben nicht die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion, sondern die des Verfassers wieder.

Wo bleiben die Arbeitskräfte?
Wir erleben seit 60 Jahren in Österreich einen stetigen Anstieg der Beschäftigten. Hatten wir 1955 nur 2 Mio. unselbständig Beschäftigte, waren es 2019 bereits 3,7 Mio. Gleichzeitig geht die Zahl der Kinder und Jugendlichen bei uns seit 40 Jahren zurück. Das bedeutet weniger Lehrlinge und damit auch weniger Fachkräfte. Hatten wir in Österreich 1980 noch 194.000 Lehrlinge, ging diese Zahl bis 2020 auf 86.000 zurück. Ganz wichtig: das ist keine Flucht aus der Lehre, sondern ein Rückgang an Jugendlichen insgesamt. Österreichweit absolvieren nach wie vor 46% der Jugendlichen eine Lehre. In Tirol und im Bezirk Schwaz sind es knapp 50%. Aufgefangen haben wir diesen Rückgang bei den Kindern in den letzten Jahren durch Beschäftigte aus anderen EU-Ländern. Die meisten kam aus Deutschland, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Mittlerweile hat das Lohnniveau in diesen ehemaligen Ostländern deutlich angezogen. Damit ist ein wesentlicher Anreiz zu uns auf Saison zu gehen verflogen. Umschulungsprogramme und die Schaffung von Jahresstellen haben in diesen Ländern in den letzten Jahren ebenfalls dazu beigetragen, dass diese bisherigen Mitarbeiter jetzt zu Hause bleiben. Und die Coronamaßnahmen tragen auch das ihrige mit dazu bei. Diese schleichende Entwicklung schlägt jetzt leider voll durch.
Martina Entner
Obfrau Wirtschaftskammer Schwaz

Zillertaler Zeitung

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