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Leserbrief

Mittwoch, 24. November 2021

Schreiben Sie was Sie schon immer sagen wollten – dieser Platz ist reserviert für Ihre ganz persönliche Meinung!

Leserbriefe die an dieser Stelle veröffentlicht werden, geben nicht die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion, sondern die des Verfassers wieder.

Dr. Herbert Salcher gestorben
Nachruf auf einen herzensguten

Familienvater, Tiroler und
großen Österreicher

Am 15. November verabschiedeten wir uns um 14.00 Uhr in der Stadtpfarrkirche Wörgl bei einem erhebenden Gottesdienst, zelebriert von Pfarrprovisor Christian Hauser, Stadtpfarrer von Wörgl. Neben Familie und Verwandten gaben ihm viele seiner Weggefährten aus Politik und Wirtschaft das letzte Geleit.

In Nachrufen wurde der politische Lebensweg von Dr. Herbert Salcher in eindrucksvoller Weise gewürdigt. Eine außergewöhnliche Laudatio widmete ihm der Tiroler Altlandeshauptmann und ehemaliger Bürgermeister von Innsbruck Dr. Herwig van Staa. In einer ergreifenden Ansprache schilderte Van Staa den Lebensweg seines langjährigen politischen Wegbegleiters.

Das politische Wirken von Dr. Herber Salcher ist allen älteren Tirolern hinlänglich bekannt. Obwohl politisch nicht aus demselben Lager, hat Dr. Van Staa den Verstorbenen nie als Gegner gesehen, sondern als Partner. „Das gab es damals noch, nämlich eine politische Kultur“.

Herbert hat seinen politischen Weg als Funktionär der sozialistischen Jugend in Innsbruck begonnen. Als Gemeinderat von Innsbruck über zehn Jahre, dann Einzug in den Tiroler Landtag und von 1970 bis 1979 Landeshauptmannstellvertreter und Sozialreferent für Tirol. Im Jahr 1979 holte ihn Kanzler Bruno Kreisky nach Wien in die Bundesregierung als Minister für Soziales und Bildung. Von 1981 bis 1984 hatte Dr. Herbert Salcher die Funktion des Finanzministers inne, und als Parteivorsitzender wirkte er von 1969 bis 1981.

Soziales Denken und Handeln, dem Verstorbenen immer ein großes Anliegen, bewies er schon bei seiner Tätigkeit in der Tiroler Gebietskrankenkasse, was ihn besonders auszeichnete. „All jenen zu helfen, die sich selber am wenigsten helfen können“, war für Herbert die „Devise“ und Lebensaufgabe. Der Nachruf, den ihm sein Freund Dr. Herwig Van Staa widmete, bleibt für mich unvergessen. Worte, die nicht nur von politischer Größe in der damaligen Zeit geprägt waren, sondern auch Respekt vor den politischen Gegnern. Heute ist das politische Ziel, „Eigennutz vor Gemeinnutz“. Sachliche Gespräche sind ein Fremdwort, auch wenn es damals oftmals „Hart auf Hart“ ging, trotzdem geschah es zum „Wohl unseres schönen Landes“.

Die Bindung zu Zell am Ziller kam nicht von ungefähr. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr lebte er in Zell. Bis er nach Innsbruck ins Gymnasium kam, war Zell am Ziller seine Heimat. Seine Mutter besaß in Rohr ein Haus, das die Familie in den 80er Jahren verkaufte.

Mich erfüllt es mit Stolz, dass ich diesen Freund Jahrzehnte lang als Kontaktmann für das Zillertal begleiten durfte. „Herbert, ich bin überzeugt, der Herrgott wird dir dein gemeinnütziges Denken und Handeln zum Wohle der Menschen entsprechend lohnen!
Mit Freundschaft, Sepp Rauch aus Zell

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