Zillertaler Lawinenkommissionen im Dauereinsatz


Prekäre Situation & zahlreiche spontane Lawinenabgänge

Nach zum Teil sehr heftigen Schneefällen am 21. und 22. Jänner und auf Grund einer Warmfront mit steigenden Temperaturen und Regen ist die Lawinengefahr im ganzen Land massiv angestiegen. Der Lawinenwarndienst Tirol setzte daher die Lawinenwarnstufe für Gebiete oberhalb von 1.800 Meter Seehöhe auf „groß“ (Warnstufe 4 auf der fünfteiligen Skala).

Dazu Patrick Nairz: Zu den bereits massiven Neuschneezuwächsen ist laut ZAMG-Wetterdienststelle mit ansteigenden Temperaturen zu rechnen, sodass der Schneefall bis etwa 1.500 mhinauf in Regen übergehen wird. Diese Kombination führt zu einer massiven Schwächung der Schneedecke und es ist in den nächsten Tagen mit zahlreichen spontanen Lawinenabgängen zu rechnen.

Es könnte durchaus sein, dass für bestimmte Regionen sogar die höchste Lawinenwarnstufe 5 ausgegeben werden muss. Oberhalb von 2.800 m findet man in der Schneedecke zudem noch bodennahe Schwachschichten, sodass besonders in neuschnee-reichen Gebieten mit sehr großen Lawinen zu rechnen sind.

70 ehrenamtliche Mitglieder sorgen für Sicherheit

Die Lawinenkommissionen der Zillertal Gemeinden unterstehen dem jeweiligen Bürgermeister und sind zur Zeit im ständigen Datenaustausch mit dem Lawinenwarndienst Tirol und der Landeswarnzentrale, welche ständig Schneedeckenuntersuchungen, Stabilitätstests, Messungen und Geländeerkundungen durchführen. Im Zillertal sind u.a. die Experten Florian Wechselberger aus Mayrhofen/Schwendau, Norbert Pichlsberger aus Hintertux und Stefan Wierer im vorderen Zillertal im Einsatz.
So können alle vorhandenen Daten und Erfahrungswerte sowie die persönlichen Einschätzungen vor Ort in die aktuelle Situation eingebracht werden. Auf Grund dieser Ergebnisse wird dann entschieden welche Pisten, welche Straßen, Wohnräume, Gewerbegebiete, Loipen bzw. welche Gebiete gesperrt werden müssen.

Die ehrenamtlichen Mitglieder dieser Kommission werden in mehrtägigen Kursen vom Land Tirol, des Lawinenwarndienstes (LWD) und der Landeswarnzentrale (LWZ) ausgebildet. Allein im Zillertal sind 25 Lawinenkommissionen mit ca. 70 Mitgliedern zur Sicherheit der Bevölkerung installiert.
Dadurch ist eine flächendeckende Informationsverbreitung und ständige Aktualisierung des Lageberichts mithilfe aller zur Verfügung stehender Medien wie RRS, Podcasts, FB, Twitter, Apps und Internetseiten möglich.