Stolpersteinverlegung in Zell/Ziller


Am 20. September 2019 findet vor dem „Alten Zeller Schulhaus“ eine Stolperstein-Verlegung durch Gunter Deming zum Gedenken an den ehemaligen Zeller Hauptschuldirektor Hans Vogel, der am 30. Juni 1944 in München-Stadelheim hingerichtet wurde, statt.  

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitiert der Künstler Gunter Deming den Talmud und erinnert mit diesen Aktionen an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Boden einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in einundzwanzig Ländern Europas.

Hans Vogl, geb. am 3.4.1895 in Eben am Achensee, war Volksschullehrer und Gemeindesekretär in Erl bei Kufstein und wurde 1936 nach Jenbach versetzt. Nach dem „Anschluss“ Österreichs erhielt der antiklerikal eingestellte Vogl eine Stelle als Hauptschuldirektor in Zell am Ziller.

Am 10. April 1942 wurde Hans Vogl verhaftet, nachdem die Gestapo bei einer Hausdurchsuchung eine „umfangreiche marxistische Bibliothek“ fand. Aus seiner mehr als zweijährigen Haftzeit in Dachau sind zahlreiche Briefe an seine Frau erhalten, die Zeugnis von den furchtbaren Haftumständen geben. Am 14. April 1944 wurde Hans Vogl zum Tode verurteilt -

das Gericht legte ihm seine Parteizugehörigkeit zur Last, da er als Parteigenosse „dem Führer die Treue gebrochen und sich als Todfeind des NS verschworen“ habe.

Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung wird um 17.30 Uhr im Beisein von Hinterbliebenen die Erinnerung an diesen Verfolgten der NS-Zeit durch ein Innehalten und Gedenken lebendig gehalten.