Wohin mit dem vielen Obst?


„Wohin mit dem vielen Obst“ stellen sich am Ende des Sommers 2018 in „unseren Breiten“ viele diese Frage. 

Sommer 2018 ein Ausnahmesommer? Unsere Obstbauern und Hobbygärtner erleben einen wahren Hype. Auf Grund der vielen Sonne und der Möglichkeit, die Böden entsprechend zu bewässern, reifte das Obst viel früher, zeichnet sich aus mit viel Zucker und Frucht und ist besonders geschmackvoll. Gleichzeitig wird die Ernte bis zu 30 % höher beziffert als in den Jahren zuvor. Andererseits aber leiden viele Landwirte, weil es zu wenig regnete, und Getreidebauern beklagen Ernteausfälle. Zahlreiche Medien machten in den letzten Wochen mit Schlagzeilen auf diesen Umstand aufmerksam.

Mayrhofens Obstpresse, oder besser die Obstpresse des „Obst- und Gartenbauvereins Mayrhofen“ und nunmehr aufgrund der großen Streuung der Zulieferer „Obstverarbeitungsanlage Zillertal“ genannt, die nach jahrelanger Wanderschaft mit Standorten in Dorf Haus, Festplatz Laimach und beim ehemaligen Lagerhaus in Hippach mit einem neuen Presshaus in Schwendau, nördlich der Talstation der Horbergbahn, ein „Zuhause“ fand, hat jedenfalls seit dem saisonalen Beginn  in den Öffnungstagen Donnerstag bis Samstag Hochbetrieb. 

Die Anlieferung des Obstes erfolgt von Obstbauern und privaten Personen in das Betriebsgebäude, wo beispielsweise Äpfel zu  Apfelsaft weiterverarbeitet werden. Angeliefert werden auch Birnen und Weintrauben, und im Verkauf stehen für die Kunden  auch Apfelessig und Most bereit.

Das frisch angelieferte Obst wird an Ort und Stelle gereinigt und in der modernen Bandpresse mit 12 Tonnen Andruck gepresst. Der in der Bandpresse gewonnene Saft fließt in einen sogenannten Separator (eine Verfahrenstechnik, die unterschiedliche Stoffe trennt), der den Saft von Schwebestoffen befreit. Anschließend wird der gereinigte Fruchtsaft nach gesetzlichen Vorgaben auf 79,1 Grad erhitzt und keimfrei gemacht (pasteurisiert). Am Ende des Erzeugungsprozesses erfolgt die Abfüllung nach dem „Back in Bag – System (10 lt.-, 05 lt. oder 03 lt.-Nylonsäcke) und entsprechenden Kartons. Das bei der Presse gewonnene Abfallprodukt, der sogenannte „Treber“, ist bei den Bauern als Tierfutter besonders beliebt.

Helmut Kröll, Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Mayrhofen und Initiator dieser modernen „Obstpresse“, der  während der Öffnungszeiten stets präsent ist und seine freiwilligen Mitarbeiter kräftig unterstützt, zeigt sich zufrieden mit dem Arbeitsvolumen dieses Sommers und insbesondere über den Standort und meint: „Auch wenn wir viele Jahre am alten Standort (Stuaner) den großen Einsatz aller Beteiligten erfolgreich erleben durften, so ist doch die Verlegung nach Schwendau die richtige Entscheidung. Auf Grund der idealen Verkehrsanbindung und der Lage erfolgt für Anrainer keine Belästigung durch die Anlieferung des Obstes oder durch den Betriebslärm der Obstpresse.“ (ag.)

 

Öffnungszeiten der Obstpresse Mayrhofen 

(seit 16.08.2018)

Donnerstag:

von 10.00 bis 18.00 Uhr

Freitag: 

von 10.00 bis 18.00 Uhr

Samstag: 

von 10.00 bis 12.00 Uhr