Zillertaler Doggeln im „Focus internationaler Mode“

Das „Designer-Doggel-Team“ aus Stumm


Unglaublich, aber wahr! Es klingt wie in einem Märchen! Models tragen „Zillertaler Doggeln“ bei der Pariser Fashion Show von Vivienne Westwood und Andreas Kronthaler.

Tatsächlich, so unbekannt sind wir nicht, wir Zillertaler! Bereits in den Dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts machten die „Strasser u. Rainer Sänger“ das Zillertal in ganz Europa und Amerika bekannt. Die Entwicklung des Alpinismus in  den nachfolgenden Jahren und das steigende Interesse der Menschen, sich in der Schönheit der Bergwelt zu erholen und zugleich die Gastfreundschaft der Bewohner des Tales zu genießen, schuf schlussendlich die Grundlage für eine vor Jahren noch nicht vorstellbare Entwicklung des Sommer- und Wintertourismus und einer wirtschaftlichen Vernetzung mit dem übrigen Europa und darüber hinaus, denken wir dabei an jene Zillertaler Firmen, die mit intelligenten Produkten im weltweitem Handel agieren. 

„Die Tüchtigkeit ist die Basis des Erfolges“ oder „Das Glück ist auf der Seite des Tüchtigen“, so lauten gängige Sprüche. Wie immer, es ist eine Sache der Sichtweise! An die 2.000 Paar Zillertaler Doggeln werden jedes Jahr von Günter und Marion HARTL mit ihren Mitarbeitern in Stumm traditionell, nach Sonderwunsch oder auch in modernem Design angefertigt. Mit Weitsicht, Kreativität, Ausdauer und Fleiß sowie Flexibilität in der Verwendung aktueller Materialien in der Doggelherstellung ist es den „HARTLS“ gelungen, ein altgewohntes „Schuhwerk“ wieder beliebt zu machen, aber nicht nur hierzulande, „HARTL-Doggeln“ sind über das Zillertal hinaus begehrt, beispielsweise in der Schweiz und Bundesrepublik Deutschland.

Womit aber Marion und Günter Hartl aus Stumm nicht rechneten, dass Zillertaler Doggeln für die „Pariser Fashion Show“ von Vivienne Westwood und Andreas Kronthaler gewünscht werden. Der Assistent des Designer-Paares bestellte 5 Paar Zillertaler Doggeln. In den Folgetagen meldete er sich noch einmal, um Details und Vorgangsweise abzuklären, auch die vom Designer-Paar gewünschten Textilien (Brokat, Tweed, Samt, Seide) wurden per Kurier übermittelt. „Die Herausforderung war groß“, so Marion Hartl, „nicht nur der knappe Zeitrahmen, auch die Materialien waren sehr knapp bemessen, aber unsere Mitarbeiter waren eifrig dabei, mit den tollen Stoffen, versehen mit ausgefallenen Motiven, einmal andere Doggeln zu machen.“

„Zillertaler Doggeln werden in der Regel aus Loden und Walk gemacht. Die für den Laufsteg zu produzierenden Doggeln waren auf Grund der verwendeten Materialien - wie etwa Seide - schwieriger und zeitaufwendiger. Auch wünscht meine Frau immer eine sehr genaue und exakte Ausführung“, so Günter Hartl. 

Die weitere „unglaubliche“ Geschichte: Nach der Ankunft der Doggeln beim Designer-Paar folgte ein neuerlicher Anruf bei HARTL in Stumm mit einer weiteren Bestellung. Die Stoffe langten tags darauf in der Werkstatt ein. Die Anfertigung musste sofort erfolgen. Es blieb nicht mehr viel Zeit bis zur Fashion Show. Trotzdem musste sauber geschnitten, genäht, versteppt und geklebt werden. Die beiden Töchter Nadine und Katharina stiegen mit einem Koffer voller Doggeln in das Flugzeug und schafften es noch rechtzeitig zur Show in Paris.

„Eine verrückte Geschichte“, resümieren Günter und Marion Hartl, „aber wir wären jederzeit wieder bereit“.

Übrigens, für das Designerpaar Westwood-Kronthaler wurden Zillertaler Doggeln mitgeschickt.  (ag.)