„Waldrapp“ machte Station in Strass


Viele von uns kennen diesen eigenartigen schwarzen Vogel mit dem langen roten Schnabel bestimmt nur vom Alpenzoo, oder … Doch vor kurzem machten es sich zwei Waldrappen in Strass gemütlich. Auch in Kirchbichl waren einige Exemplare dieser in Mitteleuropa ausgestorbenen Gattung zu sehen.

Der Waldrapp ist ein Ibisvogel und etwa so groß wie eine Gans. Früher kam er in Europa sehr häufig vor, allerdings starben die Waldrappe in Europa im 17. Jahrhundert durch eine intensive Jagd auf sie aus (Trophäe und Delikatesse). Heute gibt es einige Wiederansiedelungsversuche (in Bayern, Kärnten, Salzburg, Oberösterreich), um den Waldrapp wieder als Brutvogel heimisch zu machen, allerdings ist dies bei Zugvögel sehr schwierig. 

Die größte Wildpopulation lebt heute in Marokko mit ca. 700 Vögel, andere in der Türkei und Syrien. Übrigens im alten Ägypten war der Waldrapp Lichtbringer und Verkörperung des menschlichen Geistes und im Islam wird der Waldrapp als Glücksbringer angesehen, der Noah nach der Sintflut den Weg gezeigt hat… Alles Gute den zwei „Strasser Waldrappen“, die sich inzwischen bestimmt irgendwo im Süden, z.B. in der Toskana aufhalten und dort vermutlich ihr Winterquartier bis Ende März beziehen werden! 

(Helmut Ringler)