Aus der Geschichte der Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung auf der Brettfall


Bereits in der Chronik des Schwazer Bergbuches wird in einer Notiz im Jahre 1563 davon berichtet, dass die Erbauung des Kirchleins und der Einsiedelei „Maria am Brettfall“ dem „Pfaff“ Stoff Weymoser zuzuschreiben sei. 

1671 wurde eine Kapelle in Holzbauweise errichtet. Da die Stiftungsurkunde der Kuratie Strass aus dem Jahre 1711 bereits von einer Wallfahrtskapelle auf dem Brettfall-Schrofen berichtet und gleichzeitig auch um die Erlaubnis angesucht wurde, auf einem Altarstein das heilige Messopfer in dieser Kapelle verrichten zu dürfen, kann man davon ausgehen, dass die erste gemauerte Kapelle, die sich im Presbyterium der heutigen Kirche erhalten hat, auch zu jener Zeit gebaut wurde. Bereits in den Jahren 1726 bis 1729 musste die Kapelle, bedingt durch den Zustrom der Gläubigen, erweitert werden. Am 3. August 1786 wurde die Wallfahrtskirche im Zuge der Josephinischen Reformen geschlossen und das Gnadenbild in die Pfarrkirche von Strass übertragen, doch bereits am 15. Mai 1787 konnte die Kirche wieder geöffnet werden. Weitere größere Restaurierungsarbeiten wurden in den Jahren 1851/53 durchgeführt, als die Kirche einen neuen Hochaltar sowie neue Seitenaltäre erhielt. Im Zuge der 1961 durchgeführten Innenrestaurierung legte der Kitzbühler Restaurator Josef Lackner das im 19. Jahrhundert überputzte Deckengemälde im Chor wieder frei. Die letzte umfassende Restaurierung der Wallfahrtskirche wurde in den Jahren 2006/07 durchgeführt.

Auf Maria Brettfall lebte immer auch ein Eremit. Um 1737 ist sogar von zwei Einsiedlern die Rede, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich aus milden Gaben bestritten, die ihnen von den Wallfahrern gegeben wurden. Der bekannteste Einsiedler von Brettfall, Franz Margreiter, starb am 17. November 1829, als seine Klause abbrannte und er in den Flammen den Tod fand. Nach dem Tode Margreiters wurde die Einsiedelei erst 1837 von Nikolaus Anhell übernommen, der sie bereits 1843 an die damalige Kuratie Strass veräußerte, in deren Besitz sie sich heute noch befindet. Anhell übte noch bis 1846 die Mesnerei auf Brettfall aus, wofür er das Wohnrecht in der dortigen Einsiedelei und auch das Sammelrecht zugestanden erhielt. Zweimal jährlich war es den Brettfaller Eremiten gestattet, eine Woche Almosen zu sammeln zu gehen, wobei sich das Sammelgebiet bis Steinberg am Rofan, den Angerberg, das Alpbachtal und das Zillertal bis Zell am Ziller erstreckte. Der letzte Mesner auf Brettfall, Josef Schmiderer, verstarb 1945. Seine Frau Maria übte den Mesnerdienst noch bis 1961 aus.                         

ah