Steudltenn startet am 25. Juli 2020 ins Jubiläums jahr

Foto: Hartl - Gobl, bez.Anz.

„Weinprobe“

Foto: Reinhold Hartl Gobl

Das Warten hat sich gelohnt! Endlich ist es soweit! Das Zillertaler Theaterfestival feiert von 25. Juli bis 9. Oktober 2020 sein zehnjähriges Bestehen!

Was 2011 in einem siebenhundert Jahre alten Heustadl in Uderns im Zillertal begann, ist heute nicht mehr aus der Kulturlandschaft wegzudenken:

Das Theaterfestival STEUDLTENN! Es belebt den ländlichen Raum mit professioneller Kulturarbeit, agiert sozial und ökologisch nachhaltig und versteht sich als Plattform für Kommunikation und Austausch. Aktuell nimmt das Festival seine kulturelle Verantwortung wahr und erinnert in einem ungekürzten und modifizierten Jubiläumsprogramm an die vielfältigen Chancen, die Theater als Entwurfs- und Lustfläche bietet.

„So wie ich mir vor über zehn Jahren gewünscht habe, professionelles Volkstheater zurück nach Hause zu bringen, so habe ich mir in den letzten Monaten nichts sehnlicher gewünscht, als die kulturelle Kraft als Motor für Lebendigkeit wieder sichtbar zu machen,“ sagt Mitbegründerin Bernadette Abendstein. „Unsere Motivation zu spielen rührt aus dem Bedürfnis wieder zusammenzukommen, Möglichkeiten zum gedanklichen Austausch zu bieten und einen Beitrag zur Normalität zu leisten.“ Deshalb ist das Programm des diesjährigen Festivals weder gekürzt noch geschmälert, sondern unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen leicht modifiziert.

Die Kultur als Schaffenskraft und Kreativität spiegelt sich auch im heurigen Motto des Festivals wider, das sich 2020 auf die Suche nach dem Paradies macht. Damit beschäftigt sich das Festival mit urmenschlichen Themen wie der Sehnsucht und dem Träumen und schafft nicht nur über Freiluftinstallationen einen Paradiesgarten, sondern kreiert über seine Bühnenstücke einen magischen Ort kulturellen Erlebens jenseits von Himmel und Erde. Dass die Bühne 2020 tatsächlich dem Himmel ganz nah ist, wird auch in den Outdoorperformances deutlich. Wenn möglich werden alle Stücke im freien Feld, mitten im Paradiesgarten, aufgeführt. Für Hakon Hirzenberger, den künstlerischen Leiter des Festivals, ist das Schöne an der Freiluftbühne, dass das Publikum selbst zum Paradiesgarten wird und es beim Theaterfestival STEUDLTENN das erleben kann, was es Monate lang vermisst hat: eine Welt, die lebt, weil in ihr gespielt wird.

Dieses Spielen, das dramaturgische Miteinander, steht 2020 ganz im Zentrum des vielfältigen Festival-Programms. Zwischen Juli und Oktober lässt das Theaterfestival STEUDLTENN Ungeheuerliches hinter sich, lauscht der Weltliteratur der Pandemie, fragt wie es weiter gehen kann, feiert Freundschaft, verliebt sich neu, reflektiert was es heißt, Mensch zu sein und bringt uns immer und immer wieder zum Staunen.

Besondere Highlights sind:

- Österreichs meistgespielter Dramatiker Felix Mitterer liest aus seinem ersten Roman „Keiner von Euch“ (2020), in dem die Geschichte eines afrikanischen Jungen am österreichischen Hof erzählt wird. Es geht um Emanzipation, Assimilation und den Respekt, der uns allen als Menschen gebührt.

- An unterschiedlichen Abenden ergründen Maddalena Hirschal, Stefano Bernardin, Gerti Drassl und die Wladigeroff Brothers und Erwin Steinhauer die pandemische Weltliteratur von Boccaccios Decamerone bis zu Stefan Zweig.

- Die Neuinszenierung von Lothar Gregers „Mein Freund Kurt“, das Stück mit dem im Steudltenn vor 10 Jahren alles begann. Eine todsichere Komödie im wahrsten Sinne des Wortes.

- Mit der „Weinprobe“ von Stefan Vögel liefert das Theaterfestival STEUDLTENN eine spritzig-süffige Komödie mit erlesenem Wortwitz und viel gepanschtem Humor.

- Um eine große Reise geht es im U21 Jugendstück „80 Tage um die Welt ohne CO2“ frei nach Jules Vernes, bei dem Kinder und Jugendliche unter professioneller Leitung und Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften Jules Vernes Romanklassiker verfilmen. Sie beschäftigen sich mit Mobilität und Nachhaltigkeit und zeigen in einer actionreichen Performance, dass sich ein Rückblick auf große Geschichten auch aus klimapolitischer Sicht lohnt und der jungen Generation gekonnt den Weg ins Paradies weist.

- Mit „Der Hausverstand und die Eigenverantwortung“: Gespräche auf der Couch“ wird eine einzigartige Theatererfahrung möglich, indem ein/e Besucher/in von einem Raum zum anderen wandert, auf einer Couch Platz nimmt und fünf Monologe (von Sophie Reyer, Sarah Milena Rendl, Klaus Rohrmoser, Hakon Hirzenberger, und Uli Bree) in fünf Darbietungen hautnah erleben kann. Es wird eingeladen, sich im Stationentheater Gedanken darüber zu machen, wie es nach COVID-19 weitergehen kann.

Weitere Highlights sind Lesungen mit Peter Simonischek und Brigitte Karner, mit  Christoph Grissemann, Kabarett mit Uli Böttcher, Franz Poschs Mei liabste Zillertaler  Weis’, die Neuen Wiener Concert Schrammeln und für die kleinen Besucherinnen  und Besucher eine Bühnenfassung von Leo Lionnis Kinderbuchklassiker Frederick.