Sensationsfund im Zillertal

v.l. Ausstellungsleiter Hannes Pramstraller, Michael Seekircher, Dr. Karl Berger (Volkskunstmuseum) und Kurator Martin Reiter mit dem königlichen Ranz

Fotos: Thomas Naupp & Martin Reiter

Kunstvoll mit Silberfäden bestickte Lederranzen samt dem in Silber getriebenen Wappen des englischen Königs Georg IV. erhielten im Jahr 1827 die Geschwister Rainer aus Fügen im Zillertal von Seiner Majestät persönlich in London überreicht. Außerdem ließ Georg IV. den Tiroler Sängern auch noch neue Trachten schneidern.

Seine Majestät war, wie man heute sagen würde, ein Fan der Geschwis-ter Anton, Franz, Maria, Felix und Joseph Rainer. Auf einer zeitgenössischen Lithographie steht zu lesen: „The Tyrolese Family, Rainer, Songsters of Nature!! In their New Costume Presented to them by His Majesty George the Fourth. Before whom they had the honor to Perform and were Sanctioned by his most distinguised Mark of Appreciation. 1827.“

Bisher waren zwei dieser Ranzen bekannt, einer im Museum in der Widumspfiste in Fügen und einer im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck. Wie so oft spielte nun der Zufall Regie. Michael Seekircher, Musiklehrer und Bauer, fand bei Renovierungsarbeiten am Dachboden des elterlichen Bauernhofs in Hart im Zillertal einen alten Ranzen. Er wandte sich an Dr. Karl Berger vom Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck und dieser nahm wiederum Kontakt mit Heimatforscher Martin Reiter auf. Die Beiden konnten den Ranzen eindeutig als drittes Exemplar aus dem Besitz der Rainer identifizieren. 

Martin Reiter durchforstete daraufhin Matrikenbücher und konnte feststellen, dass der königlich-englische Ranzen von Joseph Rainer stammt, der Mitglied der Sängergesellschaft Rainer und Wirt beim Hacklthurn in Fügen war. Michael Seekircher freut sich nun ein echter Nachfahre der berühmten Rainer Sänger zu sein und ein solch, vor allem ideell wertvolles Objekt sein Eigen nennen zu dürfen. Das Zillertal ist damit um eine Sensation reicher und die Landesausstellung „Klang der Alpen“ im Schloss Fügen hat seit Freitag ein historisches Schaustück mehr.