Herbstliche Stimmung im Mariengarten


Auch im Mariengarten in Schlitters ist der Herbst angekommen. Die Sonnenblumen stehen zwar noch in voller Blüte, während beim Sanddorn, Hagebutte und Co. die Früchte von hellorange bis dunkelrot leuchten. Kürbisse in allen Größen dekorieren den Mariengarten herbstlich. Die Mitglieder der Zillertaler Heilkräuterfreunde haben einige Kräuter bereits zurückgeschnitten und winterfest gemacht. Die restlichen Kräuter werden nun noch für Räuchermischungen benötigt. Neben Kräuter und Harzen benötigt man auch Wurzeln zum Räuchern. Diese werden von FNL-Kräuterexpertin Martina Heubach in den kommenden Wochen geerntet. Beim Ernten der Wurzel sollte man aber darauf achten, dass man der Pflanze etwas lässt, damit sie auch im kommenden Jahr wieder wachsen kann. Doch was ist Räuchern:

Räuchern mit Kräutern, Harzen oder Gewürzen ist ein uralter Brauch, der schon lange in vielen Kulturen verbreitet ist. Kelten räucherten auf ihren Hausaltären, im Orient entwickelte sich eine besonders ausgeprägte Duft- und Räucherkultur zu Ehren der Götter und Indianerstämme in Amerika strebten damit nach Heilung und Einklang mit der Natur. Während es in der westlichen Welt hauptsächlich um die Raum-aromatisierung und Veränderung der Atmosphäre geht, wird die Räucherung im Schamanismus zu anderen Zwecken eingesetzt: Dort soll durch gezieltes Räuchern mit bestimmten Kräutern eine Veränderung des Bewusstseinszustands herbeigeführt und eine Verbindung zu anderen Welten ermöglicht werden. In der katholischen Kirche sind Weihrauchdüfte auch heute noch fester Bestandteil der religiösen Rituale. Was nur wenige wissen: Der Einsatz des harzig duftenden Weihrauchs erfolgte früher hauptsächlich zur Überdeckung schlechter Gerüche aus den Gräbern innerhalb der Kirche.

Ob aus esoterischen Gründen, Interesse an alten Bräuchen, Kulturen oder alternativer Medizin: Auch heute noch ist das Räuchern mit Kräutern bei vielen Menschen fest in den Alltag integriert. Manche erhoffen sich damit Unterstützung bei ihrem Heilungsprozess, andere möchten dem stressigen Alltag entgegenwirken. Auch wenn die Wirkung von Kräutern nicht wissenschaftlich belegt ist, weiß man dank neuer Forschungen, dass Duftmoleküle, die wir durch die Nase aufnehmen, direkt in das Gehirn gelangen und dort auf Gefühle, Stimmungen und das vegetative Nervensystem einwirken. Für den Menschen stellt dies eine Möglichkeit dar, mithilfe verschiedener Kräuter gezielt auf Wohlbefinden, Stimmung und Umgebung einzugehen. So wird das Räuchern häufig eingesetzt, um Gedanken zur Ruhe zu bringen und besser in den Schlaf zu finden. Aber auch Konzentration und Kreativität können durch bestimmte Kräuter angeregt werden. Viele machen das Räuchern mit Kräutern zu einem festen Ritual innerhalb ihres Lebens und wenden es zum Beispiel an Geburtstagen, zu Neujahr oder bei Umzügen an. Am bekanntesten ist wohl das „Ausräuchern“ von Räumen, bei dem man versucht, dichte und schwere Energien loszuwerden und mehr Leichtigkeit in sein Leben (und sein Zuhause) zu bringen. 

Die Zillertaler Heilkräuterfreunde stellen verschiedene Kombinationen an Räucherkräutern zusammen, welche demnächst im Mariengarten erhältlich sind.

Termine:

Am Montag, den 7. Oktober (nur bei regenfreiem Wetter) erntet unsere Kräutergang die Schmuckbohnen. Bohnen in allen Farben und Größen kommen dabei zum Vorschein. Interessierte Kinder zwischen 5 und 15 Jahren sind gern eingeladen, zum Ernten und Basteln und Staunen. Ab 14.30 Uhr im Mariengarten in Schlitters (gerne könnt ihr auch später kommen). 

Am 16. Oktober findet de letzte Kräuterführung im Mariengarten statt. Ab 16.00 Uhr erklärt FNL-Kräuterexperte Richard Rieser die wichtigsten Herbstkräuter und ihre Verwendung in der Küche.

Die Heilkräuterfreunde würden sich freuen, wieder viele Interessierte im Mariengarten begrüßen zu dürfen.