Rotary Club Zillertal: Wasser für Entasekera


Staubig zieht sich die Naturstraße nach der County-Hauptstadt Narok viele Kilometer durch die Ebene der Loita Plains im Südwesten Kenias nahe der Grenze zu Tansania. Bis sie in felsiges Gelände in die Hügel ansteigt. Dann weitet sich ein schier unendlich scheinendes Hügelland mit Weiden und einzelnen Baumgruppen - das Land der Loita Maasai. Besiedelt von einer Volksgruppe, die stark an den uralten Traditionen dieses Volkes festhält. Die Loita Maasai leben vor allem von Viehzucht mit Rindern, Schafen und Ziegen. Sie wohnen zumeist in niedrigen, aus Holzstäben und Lehm gebauten Behausungen, dunkel und ohne jedweden Komfort. Das Gebiet war bis vor Kurzem, abgesehen von der schlechten Straße, völlig von der Umwelt isoliert. Es gab nur wenige Schulen und kaum funktionierende Gesundheitsstationen.

Und genau hier wurde ab den 1980er Jahren das „Loita Community Health and Education Centre“ errichtet. Dr. Maria Schiestl übernahm 2005 dessen Leitung und baute es mit Hilfe von div. Organisationen und zahlreichen Spendern, Freunden und Bekannten sowie der Aktion Sterntaler zu einem funktionierenden Krankenhaus für 30.000 Menschen aus.

Getreu ihrem Motto „für sie lebe ich weiter“ hat sich der Rotary Club Zillertal-Mayrhofen im Sinne von „Daktari Maria“ entschlossen, die dringend notwendige Sanierung der Wasserversorgung im Areal des „Health Centre“ zu übernehmen. Initiator zur Schaffung dieser lebensnotwendigen Infrastruktur war Rotarier und Chefbotschafter der Aktion „Sterntaler“, Mag. Alfred Müller, der sich im Herbst 2017 persönlich vor Ort informierte. 

Gerade in den Clubjahren 2017/18 und 2018/19 wurde seitens Rotary International um die spezielle Förderung von Projekten in Afrika gebeten und so war es naheliegend das Lebenswerk von Dr. Maria Schiestl in Kenia zu unterstützen.

Präsident Mag. Joachim Kienzl (Clubjahr 2017/18) und Präsidentin Susanne Kröll (Clubjahr 2018/19) engagierten sich sehr für die Umsetzung dieses Projektes, das auch von allen Clubmitgliedern des RC Zillertal mitgetragen wurde. Durch dieses besondere Engagement konnte mit Hilfe des District Grants und drei weiteren Tiroler Rotary Clubs, das gesamte Wasserprojekt mit € 30.113,17   ausfinanziert werden.

Der Rotary Club Zillertal-Mayrhofen freut sich, mit der Realisierung dieses Projektes etwas zum erfolgreichen Weiterbestehen des Health Centre Entasekera beigetragen und damit auch Dr. Maria Schiestl ein ehrendes Andenken gesetzt zu haben.

 Folgende Maßnahmen wurden erfolgreich durchgeführt:

Die Quellfassung wurde mit einer Abdeckung versehen. Beim Wasserschloss wurden die bestehenden Schieber durch neue ersetzt.

Anstatt des gebrochenen Kunststoff-Wassertank wurde ein neuer, 37.000 Liter Wasser fassender Tank errichtet.  Der Überlauf des Tanks wurde über die Umzäunung hinausgeführt, sodass das Überwasser von der Bevölkerung genutzt werden kann.

Sämtliche alte Eisenrohre auf dem weitläufigen Gelände wurden durch Polypropylenrohre ersetzt. Eine aufwändige Handarbeit, zumal der Boden an vielen Stellen bis knapp unter die Oberfläche felsig durchsetzt ist.

Die Schäden in den WCs und Duschen sowie Wasseranschlussleitungen wurden behoben bzw. erneuert.

Das Health Center besteht aus 18 Gebäuden. Die Leitungen zu diesen Häusern wurden wie in der gesamten Tagesklinik, im stationäre Bettenhaus, in Küche, Wäscherei, im Arzthaus, Administrationsblock und OP sowie in sämtlichen Personalhäusern neu erstellt. Wie ortsüblich, sind die Leitungen auf Putz an den Außenwänden verlegt. 

Beim Wohnhaus der Ärzte wurde 1997 ein auf einem Gestell montierter Hochtank in Betrieb genommen. Dieser brach und stürzte vom ca. 4 m hohen Gestell herunter.  Ein neuer Kunststofftank mit 3000 l Fassungsvermögen wurde auf dem bestehenden Wasserturm installiert.

Das Warmwasser wird mittels Solarpaneelen mit angeschlossenem Tank auf den Dächern erzeugt. Sechs solcher Anlagen wurden durch neue ersetzt.

Die Quellschüttung ist so gut, dass ganzjährig mehr als ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Bisher rann das Überwasser unkontrolliert ins Gelände.

Die um das Centre gelegenen Siedlungen leiden bei länger ausbleibendem Regen immer wieder unter Wassermangel. Frauen und Kinder müssen oft kilometerweit gehen, um Wasser nach Hause zu schleppen. Daher wurden außerhalb des Centers zwei öffentliche Wasserentnahmestellen errichtet. Diese werden seither von der Bevölkerung ausgiebig genutzt.

Im Zuge der Projektumsetzung wurde festgestellt, dass keine Vorsorge zur Feuerbekämpfung vorhanden ist. Daher wurde auch ein eigener entsprechend groß dimensionierter Wasseranschluss mit Ventil, Feuerwehrschlauch und Spritze zum Zwecke der Feuerbekämpfung errichtet.

Wie Projektmanager Mag. Franz Hainzl und der Verein „Sterntaler“ mit Freude und Dankbarkeit feststellen, verfügt das Entasekera Health Centre dank der großzügigen Unterstützung der o.g. Rotary Clubs nun wieder über eine solide und zeitgemäße Wasserversorgung.

Franz Hainzl, August 2019