„No risk, no fun - ?!“

Über fünf Stunden kämpften sich die Einsatzkräfte durch brusthohen Schnee.

Foto: Zillertalfoto.at

Einsatzleiter Andreas Eder war entsetzt über die Vorkommnisse im Horbergtal.


„No risk, no fun“ ist noch lange nicht die absurdeste Antwort, welche freiwillige Bergretter in Extremsituationen bei ihren Einsätzen von Verunglückten im Zillertal schon zu hören bekamen. Gerade der Einsatz im tief verschneiten Horbergtal von vergangener Woche hat einmal mehr gezeigt, dass sich die Grenzen von Vernunft zusehends mit der Abenteuerlust, Actionsucht und Selbstüberschätzung vermischen und damit nicht nur die Einsatzkräfte in Gefahr bringen sondern darüber hinaus auch gleich noch für Negativschlagzeilen für unsere Tourismusdestination in den Medien sorgen.

15 Einsatzkräfte der Bergrettung Mayrhofen waren bei dichtem Schneefall über 5 Stunden im Einsatz und kämpften sich durch brusthohen Schnee. Sie alle zeigten sich ob der dreisten Vorkommnisse mehr als entsetzt und meinten uniso: „Abgesehen davon, dass es unverantwortlich ist bei Lawinenwarnstufe 4 überhaupt ins freie Gelände einzufahren, die Verunglückten hatten nicht einmal die allernotwendigste Ausstattung wie Lawinenschaufel, Sonden, LVS-Gerät usw. mit dabei. Noch verwunderlicher ist, dass die „Geretteten“ schon am nächsten Tag als erste unterhalb der 150er Gondel wieder ins freie Gelände eingefahren sind“, und Andreas Eder, Leiter der Ortsstelle Mayrhofen ergänzt: „Als Einsatzleiter fühle ich mich in erster Linie auch für die Einsatzkräfte verantwortlich, die freiwillig extreme Strapazen auf sich nehmen und 365 Tage im Jahr parat stehen um Verunglückte zu retten. Für solche Aktionen fehlt mir jedoch jedes Verständnis“. Darüber hinaus gilt: Sollte eine Skispur in einen Hang abseits der gesicherten Piste hineingehen, heißt das noch lange nicht, dass da nix passieren kann. Genau solche Spuren wurden schon des Öfteren zur tödlichen Falle.

Bleibt abzuwarten, wie lange es noch dauern wird, bis die Versicherungen bei solch grob fahrlässigen Handlungen aussteigen werden und die Verursacher die Einsätze dann aus der eigenen Tasche zahlen müssen und es vielleicht so zu einem Umdenken kommen könnte.

Gerade jetzt stellen die tief verschneiten Berge sowohl für Skifahrer, Snowboarder, Freerider und Tourengeher einen unwahrscheinlichen Reiz dar. Die Natur zeigt sich von seiner schönsten Seite und sorgt immer wieder für unvergessliche Erlebnisse. Die Sicherheit muss dabei jedoch an erster Stelle stehen.

Neben den örtlichen Organisationen steht mit dem Portal „www.Lawinen.report“ (gilt für Tirol, Osttirol, Südtirol und Beluno. Die Vorhersagen werden täglich um 17.00 Uhr aktualisiert. Gibt es auch per Whats App aufs Handy) jedem Naturliebhaber ein professionelles Werkzeug zur Verfügung, damit atemberaubende und faszinierende Momente in unseren Bergen nichts mehr im Wege stehen.