Märchen


„Wenn der Brockhaus das Märchen als eine bei allen Völkern und zu allen Zeiten verbreitete, ursprünglich mündlich überlieferte Erzählung definiert, die wunderbare Begebenheiten schildert, und in Knaurs Lexikon explizit die Bevorzugung des Wunderbaren als Wesen des Märchens betont wird, so bedarf es wohl nicht mehr vieler Erklärungen dafür, dass die meisten Menschen das Märchen mögen - und es wahrscheinlich auch brauchen, um der Realität des Daseins das Wunderbare als ausgleichendes Moment entgegensetzen zu können.“

Gudrun Meisriemler

„Das Märchen entspricht dem Stadium des symbolischen Denkens oder magischen Realismus des späten Vorschulalters und des ersten Schuljahres. Die Unwirklichkeit der Handlung und die magischen Fähigkeiten der Handlungspersonen sprechen das Kind dieser Altersstufe an. Der Symbolgehalt der Märchen ist meist sowohl Erwachsenen wie auch Kindern nicht bewusst. Gerade deshalb wahrscheinlich hilft 1. das Märchen in symbolischer Form dem Kind, Grundprobleme des Menschseins, wie z.B. Leben und Tod, Liebe und Hass, Schuld und Sühne zu erleben.“ 

W.J.Schraml

„Das Märchen ist ein kleines Hohelied auf die Kraft und die Macht der Phantasie: Wir selbst sind es, die uns ein Bild von der Welt und den Dingen jenseits der Welt machen. Und so liegt es an jedem selbst, ob sein Leben einfach oder kompliziert ist. Das Kind und der Hofnarr, sie besitzen den Schlüssel zu diesem Geheimnis und sind somit klüger als alle Majestäten, Berater, Zauberer, Wissenschaftler und Meister zusammen.“

Rotraud Söllinger-Letzbor

„Märchen bei allen Völkern und zu allen Zeiten verbreitete, ursprünglich mündlich überlieferte Erzählung, die wunderbare Begebenheiten schildert. Der Begriff Märchen ist kein präziser Gattungsbegriff, er umfasst Fabeln, Tiergeschichten, Lügengeschichten, Legenden, Novellenstoffe u.a.“

Meyers Taschen-Lexikon