Miteinander reden führt zur Toleranz


Nichts ist für uns Menschen so wichtig wie das Gespräch miteinander. Erst dadurch, dass wir miteinader sprechen, entwickeln wir Beziehungen.

Es ist nicht jedem gegeben, viel zu reden. Manche sind von Natur aus kontaktarm, andere schließen sich absichtlich gegenüber bestimmten Menschen ab. Sie hören nicht mehr aufeinander, sie sprechen nicht mehr miteinander. Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Manchmal geschieht dies ohne Absicht. Es ergibt sich, wenn Menschen nur sich selber sehen, ihre Erlebnisse, ihre Erfolge, ihre Krankheiten, ihre Pläne, ihre Sorgen. Was andere sagen, erscheint unwichtig. Jemand meinte, manche Unterhaltungen hörten sich an wie zwei Tonbänder, die gleichzeitig laufen, aber nichts miteinander zu tun haben. Das ist nicht nur langweilig und unhöflich, das ist lieblos. Wenn Menschen nicht mehr einander zuhören, wenn sie nicht mehr offen sind füreinander und einander nicht mehr austauschen, kann keine Gemeinschaft gelingen, weder in Ehe und Familie noch in Beruf und in der Öffentlichkeit. Dann befestigen wir Mauern, statt sie abzureißen.

Und noch etwas: Man muss nicht mit allem einverstanden sein, aber man soll auch die Meinung anderer gelten lassen. Das Zauberwort heißt „Toleranz“. „Der eigentliche Grundwert der Toleranz für unsere demokratische politische Gesellschaft besteht darin, dass sie uns lehrt, vom Stadium der beiläufigen Duldung ins Stadium der selbstbewussten Bejahung des anderen, unseres Nächsten, überzugehen“, sagt Ignatz Bubis. Wir kritisieren häufig, was wir nicht verstehen!

ah