Im Fasching sind alle gleich


Ein wesentliches Element der fünften Jahreszeit ist die Verkleidung. Nicht umsonst heißt es, im Fasching schlüpfen die Menschen in eine andere Haut. Wir verkleiden uns gern als das, was wir gerne sein würden.

Verkleidet haben sich die Menschen schon immer gern. Masken kommen zu allen Zeiten und in allen Erdteilen vor. Sie gehören zu den frühesten Zeugnissen der Kultur. Kulturgeschichtlich reicht das Faschingstreiben weit zurück, nämlich über 5.000 Jahre. Eine altbabylonische Inschrift aus dem 3. Jahrtausend vor Christus erzählt von einem Fest in Mesopotanien, in welchem der Mächtige und der Niedere gleich geachtet werden. Dieses Gleichheitsprinzip bei ausgelassenen Feiern ist ja bis heute das charakteristische Merkmal des Faschings. Irgendwie erinnert mich das an die Sonne. Wenn die Sonne scheint, scheint sie ohne jede Unterscheidung, sie bescheint jeden Punkt der Gegend, jeden einzelnen Winkel. Genau so sollten wir sein. Im Grunde kommt alles von der Energie der Sonne. Doch die Wissenschaftler wissen nicht, wo die Sonnenenergie herkommt. Das Licht der Sonne, das die Dunkelheit dieser ganzen Welt vertreibt, kommt von Gott. Wenn wir die Ursachen aller Ursachen verstehen würden, würden wir alles verstehen. Wenn man die Wege Gottes nicht mehr verstehen kann und sich dennoch in seinen Willen fügt, dann hat der Glaube an ihn die schwerste Probe bestanden. Jetzt bin ich ein wenig vom Weg abgekommen. Ich wollte eigentlich noch von der Freude reden. „Mag noch so vieles in der Welt die Trauer als Antwort erfordern, die absolut letzte Wirklichkeit, die sich sieghaft über alles andere erhebt, fordert Freude von uns“, schreibt Dietrich von Hildebrand. Die Freude muss unser Leben bestimmen, nicht nur im Fasching. „Denn das, was unserer Freude Nahrung gibt, ist das letzte Wort im Kosmos“.     ah