Krise reißt Budgetloch in Zillertaler Gemeinden


Die Corona Krise trifft alle Bereiche des Lebens mit voller Härte. Auch die Gemeinden des Zillertales bekommen die Auswirkungen ganz besonders zu spüren und stehen vor einer gewaltigen budgetären Herausforderung. Nicht nur die Ertragsanteile des Bundes, auch die Kommunalsteuereinnahmen werden voraussichtlich um gut ein Drittel zurückgehen, und das bei gleichbleibenden oder sogar steigenden Ausgaben. Wie sieht Fügens Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Mag. Dominik Mainusch diese prekäre Situation:

„Ein Lockdown dieser Dimension bringt die Menschen auf Dauer an ihre Belastungsgrenzen, auch psychisch. Den Leuten geht zunehmend die Luft aus, vielen fällt die Decke auf den Kopf. Die nun angekündigten Lockerungen sind deshalb ein ganz wichtiger und richtiger Schritt. Das gibt Hoffnung. Wenn auch klar sein muss, dass dieses ‚Wieder-hoch-fahren‘ sehr behutsam und schrittweise passieren muss - zu groß ist die Gefahr, damit eine 2. Welle zu begüns-tigen. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis wir zur gewohnten Normalität zurückkehren können.

Es sind aber nicht nur die persönlichen Einschränkungen, es sind auch die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns, die jeder und alle Bereiche zu spüren bekommen. Die Wirtschaft leidet massiv unter diesen Maßnahmen -

und mit ihr auch der Arbeitsmarkt. Sowohl Unternehmer als auch viele Arbeitnehmer stehen im Moment vor existenziellen Herausforderungen. Das müssen wir sehr ernst nehmen, die Folgen könnten fatal sein. Bund und Land haben deshalb riesige Hilfspakete geschnürt. Auf lange Sicht wird es aber auch noch mehr brauchen.

Auch für die Gemeinden führen diese Maßnahmen zu prekären Situationen. Wir rechnen mit einem Rückgang an Ertragsanteilen von 30% und das ist immerhin die Haupteinnahmequelle der Gemeinden. Auch die Kommunalsteuereinnahmen werden ähnlich stark zurückgehen. Das Budgetloch in den Kommunen könnte also stärker ausfallen, als vermutet.

Das Land hat hier hervorragend reagiert und in kürzester Zeit ein Gemeindepaket in Höhe von 70 Mio. verabschiedet. Es wird helfen, wichtige Projekte - gerade für die kommunale Infrastruktur - trotzdem realisieren zu können. Das ist doppelt wichtig. Denn die Gemeinden können in solchen Zeiten ein wahrlicher Konjunkturmotor sein. Mit diesen Investitionen können wir auch die heimische Wirtschaft etwas ankurbeln und Arbeitsplätze sichern. Diese Maßnahmen können die Situation mildern, gänzlich ausgleichen wird es die Einbußen jedoch nie können. Deshalb wird man um die eine oder andere Sparmaßnahme nicht herumkommen und es gilt nicht unbedingt nötige Ausgaben zu vermeiden. Einiges werde aber trotzdem zurückgestellt werden müssen.

Trotz all dieser Schwierigkeiten und Herausforderungen sieht LA Bgm. Dominik Mainusch optimistisch in die Zukunft: „Wir werden diese Krise gut meistern - das weiß ich. Und wir werden auch Positives daraus mitnehmen. Diese Solidarität in der Bevölkerung, dieser Zusammenhalt trotz Distanz, das ist wirklich großartig. Es zieht eine Welle der Menschlichkeit durchs Land. Wir werden an dieser Krise wachsen und als Gesellschaft gestärkt.“