Zillertaler Objekte auf Heimaturlaub

Zillertaler Getäfel


Etwa 100 Jahre lang befand sich das sogenannte Zillertaler Getäfel  in einem Raum im Zillertal, ehe es 1912 an das Pennsylvania-Museum in Philadelphia/ USA verkauft wurde. Dort hieß es, das kurios gemalte Wandgetäfel stamme aus dem Riedhof nahe Kaltenbach. 

Irgendwie eigenartig, dass es kaum vorstellbar zu sein scheint, dass eine solche Arbeit auf einem Bauernhof vorhanden sein konnte. Zudem sind die Motive der Tafeln doch zum überwiegenden Teil mit einem religiösen Bezug versehen. Spuren rundum laufender Bänke, wie in Bauernstuben üblich, fehlen. Indizien weisen darauf hin, dass eher ein Gebäude mit kirchlichem Hintergrund für die Unterbringung der Wandtafeln in Frage kommen könnte. Vielleicht ist es sogar das Schloss in Fügen, denn Darstellungen von Gebäuden lassen eine Ähnlichkeit mit heute noch bestehenden erahnen.

Es sind 10 Wandtafeln, die vom Tiroler Volkskunstmuseum dem Heimatmuseum Fügen als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde, um sie der Zillertaler Bevölkerung präsentieren zu können. Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, ließ es sich nicht nehmen, die Exponate nach über 100 Jahren Abwesenheit in der Fremde wieder in die Heimat zurückzubringen. Jede Wandtafel zeigt die Einzigartigkeit, jede Tafel ist in drei Teile aufgeteilt und voll bemalt. Der obere Teil ist versehen mit Heiligenmedaillons und Rankenwerk, in der Mitte gibt es Szenen um die Geburt und das Leiden Christi und der untere Teil zeigt Darstellungen aus  dem Leben der damaligen Bevölkerung.  Wir sprechen hier von der Entstehungszeit um 1800, eine später hinzu gekommene Tafel ist datiert mit 1831. Der Künstler (oder die Künstlerin) ist namentlich nicht bekannt, doch dürfte es sich um denselben handeln, der auch die Votivtafeln anlässlich des Schützenunglücks in Hall gefertigt hat. 

Das Zillertaler Getäfel überzeugt in seiner Gesamtheit durch seine Schlichtheit und Naivität, gepaart mit ausdrucksvoller Darstellung, durch seine Liebe zum Detail und seine einheitliche Farbgebung. Man kann es noch so lange betrachten, man findet immer wieder etwas Bemerkenswertes, etwas Kurioses, etwas Neues. Das Heimatmuseum bietet dazu einen gebührenden Rahmen für dieses Werk und verleiht ihm ein besonderes Flair.

Dass auch ein Zillertaler Unternehmen, die Zillertaler Versicherung, etwas zum Gelingen der Heimkehr der Wandtafeln beigetragen hat, sei nur am Rande erwähnt.

In einer Präsentation in der letzten Jännerwoche wird das Zillertaler Getäfel dann der Öffentlichkeit präsentiert und auch entsprechend durch Karl C. Berger kommentiert. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Betrachten kann man die Objekte aber bereits jetzt schon zu den regulären Öffnungszeiten jeweils Dienstag bis Freitag von 14.00 bis 17.00 Uhr.