Exponat des Monats aus der Widumspfiste Fügen


Fügen Oberhalb der Waldgrenze wurde noch im 19. Jahrhundert in der Region Fügen/ Fügenberg Erz abgebaut. Die Anfänge gehen allerdings viel, viel weiter zurück, wie der Fund von Urnen einer Brandbestattung aus dem Jahre um 1500 v.Chr. beweisen.

Das erzhältige Gestein  wurde „gerös-tet“, d.h. das Gewicht wurde durch starke Erhitzung verringert und wurde dann in Säcken zur Schmelze am Finsingbach gebracht.

Spätestens 1400 v. Chr. begannen die Menschen erstmals Eisen zu verhütten. Mitteleuropa erreichte die Eisenzeit rund 800 Jahre später.

Dieser neue Schritt war mit einer enormen technischen Herausforderung verbunden. Die Schmelztemperatur von Eisen liegt bei 1.535 Grad, also deutlich höher als von Kupfer. In der Anfangsphase konnten die Metallurgen daher nur sogenannte „Luppen“ herstellen, eine Vorstufe des Roheisens, bei dem das Eisenerz nicht schmelzen musste. 

Bis zum europäischen Mittelalter sollte es dauern, dass diese alten Verhüttungsmethoden grundlegend verbessert wurden. Ein weiterer Durchbruch mit Ofentemperaturen von über 1.400 Grad folgte im 16. Jahrhundert.

Der Ersatz von Holzkohle durch Steinkohle und die „Windfrisch“-Technik (Blasbälge wurden mit Wasserrädern angetrieben) brachten erneute Leistungssteigerungen. Eisen- und Stahlproduktionen wurden zu wichtigen Antriebskräften der industriellen Revolution. Moderne Hochöfen arbeiten mit Koks und erreichen im Extremfall Temperaturen von über 2.000 Grad. 

Als Rennofen bezeichnet man einen teilweise im Erdreich stehenden, aus Steinen gemauertern, Ofen der mit Holzkohle geheizt, und in den dann abwechselnd Erz, Kalk und Holzkohle eingebracht wurde. Um die Schmelztemperatur von etwa 1.200 Grad zu erreichen, wurde mit Hilfe eines Blasbalges Luft (Wind) dazu geblasen. Nach dem Schmelzvorgang wurde der Ofen teilweise aufgebrochen, um das abgekühlte Roheisen entnehmen zu können. Dieses Roheisen wurde zur weiteren Bearbeitung in Schmieden oder später Hammerschaffereien gebracht.

In der Bergwerksabteilung des Heimatmuseums Fügen steht ein maßstabgetreues Modell 1:1, das die Arbeit und die Vorgehensweise an einem dieser Öfen erahnen lässt.

Das Heimatmuseum in der Widumspfiste ist wegen der Sonderschau zum 200 Jahr Jubiläum von Stille Nacht, die kombinierbar mit jener im Schloss Fügen zu besichtigen ist,  bis 3. Feburar 2019 täglich von Dienstag bis Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Führungen im Heimatmuseum können jeweils ab 6 Personen gebucht werden, sofern Führer verfügbar sind.

www.hmv-fuegen.at