Aus der Ortsgeschichte von Aschau

Aschau 1959

Der damalige Weiher

Aschau heute


Ursprünglich war Aschau - wie auch das übrige Zillertal - bayrisches Herrschafts- und Siedlungsgebiet. Im Jahre 1309 wird der Name Aschau erstmals erwähnt, als ein „Jakob von Aschove“ bei einer Verhandlung als Zeuge fungierte. Somit ist erwiesen, dass Aschau schon damals besiedelt war.

Der bajuwarische Name „Aschove“ (=Eschenau) deutet auf die ausgedehnten Auwälder hin, die damals den Talboden bedeckten und ideale Lebensbedingungen für Wildenten boten. Da Aschau früher zum Gericht Zell am Ziller gehörte, verlief die Grenze zum Gericht Fügen beim Hörhaghof am Emberg. Am 6. November 1809 fanden während der Tiroler Freiheitskämpfe südlich von Aschau beim „Klausnereck“ Gefechte gegen die Bayern statt. Zur Erinnerung daran wurde 1909 ein Denkmal (Obelisk aus Granit) gesetzt.

Der Ortskern von Aschau liegt auf dem Schuttkegel des Achenbaches, was darauf hindeutet, dass das Dorf sehr oft überschwemmt und vermurt wurde. Auch gibt es seit dem 17. Jahrhundert Aufzeichnungen von Überschwemmungen durch den Ziller.

In Aschau befand sich früher ein See, der so genannte Weiher (ein Fischwasser der Grafen von Tirol) mit der Größe von 53.600 m2. Leider wurde der See im Zuge der Ziller-Regulierung zugeschüttet und in der Folge entstanden dort Wohnhäuser (Bungalowdorf) und ein Sportplatz.

Zu Aschau gehört auch die frühere selbstständige Gemeinde Distelberg und der Weiler Thurnbach. Der Name Distelberg scheint erstmals um 1188, der Name „Thurnbach“ als „Durrenbühel“ um 1350 auf. Laut Urkunde war ein Peter von Durrenpach um 1360 erzstiftischer Propot zu Zell. Laut Gemeinderatsbeschluss vom 21. Dezember 1972 und mit Genehmigung der Tiroler Landesregierung schlossen sich die Gemeinden Aschau und Distelberg mit Wirksamkeit ab 1. Jänner 1973 zur neuen Gemeinde „Aschau im Zillertal“ zusammen.

Aschau hat eine Fläche von 20,26 km2 und 1.828 Einwohner. Seit zehn Jahren leitet Andreas Egger als Bürgermeister die Gemeinde. ah