„Abschied vom Sommer“ Sommergedanken von Anton Höllwarth


Es wird langsam kälter. Die Vögel sind schon Richtung Süden unterwegs. Die Igel schlagen sich den Bauch voll, um den Winter zu überstehen. Die Kühe nehmen Abschied von der Alm, um zurückzukehren in den heimatlichen Stall. Auch im Leben heißt es immer wieder Abschied nehmen: Auszug aus dem Elternhaus, Pensionierung, Freunde sterben - und zuletzt sind auch wir dran. 

Es kommt unweigerlich der Tag, an dem Gott in jedes Leben eingreift, denn wir alle müssen einmal sterben. „Für mich ist Sterben die wichtigste Zeit im Leben“, sagt Jörg Fuhrmann. „Da kommt alles zusammen. Es ist wie Herbst. Zeit zusammenzuräumen. Und Zeit um loszulassen. Aber ich kann mir nichts mitnehmen, nicht einmal ein Handgepäck.“ Wir kommen einfach nicht um die Frage herum, ob mit dem Verlöschen des Lebenslichtes einfach alles aus ist, oder ob es ein Weiterleben nach dem Tode gibt. Zur geistigen Entwicklung gehört es zu lernen, loszulassen, nicht nur materiellen Besitz, sondern auch Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Der Tod geliebter Menschen wird immer als scnmerzhaft empfunden, aber ein gläubiger Mensch wird sich an die Hoffnung klammern, dass es nicht ein Abschied für immer ist, sondern dass unsere Lieben nur vorausgegangen sind und uns am Ende unseres irdischen Daseins auf der anderen Seite mit Freude empfangen. Der Tod ist nach Elisabeth Kübler-Ross wie‚ „Umziehen in ein schöneres Haus, in eine andere Form des Seins“. 

Wie sich das Sterben anfühlt, das weiß wohl nur der, der schon gestorben ist. Und Werher von Braun hat einmal gesagt: „Die Wissenschaft hat festgestellt, dass nichts spurlos verschwinden kann. 

Die Natur kennt keine Vernichtung, nur Verwandlung. Alles, was Wissenschaft mich lehrte und noch lehrt, stärkt meinen Glauben an ein Fortdauern unserer geistigen Existenz über den Tod hinaus.“