Im Porträt: Johann Eberharter, Kaltenbach


Johann Eberharter „Kaser Hansl“ aus Kaltenbach konnte kürzlich mit seiner Frau Theresia sein 60-jähriges Hochzeitsjubiläum feiern.

Der Ehe entstammen vier Kinder, sechs Enkelkinder und Urenkerl Leo.
Johann Eberharter wurde am 23. Februar 1931 auf dem Zellberg geboren. Seine Eltern sind Rieser Moidl und „Tiggl“ Wilhelm. Nach seiner Schulzeit erlernte er in Zell den Beruf des Käsers, den er u.a. im Achental auf der Pletzachalm, in Gerlos auf der Schwarzachalm, in Gerlosberg und Stummerberg, ja, sogar in der Steiermark ausübte. Im Jahr 1955 fand „Kaser Hansl“ wie er nun genannt wurde - im Gasthaus „Post“ in Kaltenbach eine bleibende Stelle. Dort lernte er auch seine spätere Frau Theresia (sie stammt aus Schwendau) kennen, die im Gasthaus als Köchin arbeitete. Die beiden fanden Zuneigung zueinander und heirateten am 7. Jänner 1958 in der Wallfahrtskirche Absam. Als Trauzeugen fungierten Moidl und Hermann vom Gasthaus „Post“. Weitere Hochzeitsgäste gab es keine. Gefeiert wurde trotzdem, und zwar im Spielcasino in Seefeld und im „Maria-Theresien-Keller“ in Innsbruck. Zu Hause warteten die „Oasparer“ vergebens, da das Brautpaar mit dem VW-Käfer im Schneetreiben steckenblieb und erst gegen Mitternacht heimkam. In dieser Zeit wohnten die Frischverheirateten im „Kaskeller“ in Kaltenbach. Allmählich musste aber ein eigenes Haus her, das sich die beiden in der Nähe der Kapelle Kaltenbach bauten. 1963 wurde das Haus bezogen. Die Kinder Bärbl, Johanna, Hansjörg und Walter ließen nicht lange auf sich warten.
In den Jahren 1975 bis 1991 betrieb Hansl mit seiner Frau die Schihütte oberhalb von Kaltenbach auf 1.800 Meter Seehöhe gelegen.
Seine große Leidenschaft galt stets der Musik. „Jetzt geht‘s mit dem Gitarrespielen nicht mehr so gut, weil die Finger nicht mehr greifen wollen“, meint der 86-Jährige, der seinem Alter Tribut zollen muss. „Man ist halt nicht mehr fünfzig!“Legendär waren die „Gut-Flug-Kameraden“, eine 8-Mann-Formation, der Hansl als Gitarrist und Sänger angehörte. Mit Pöllstua Lois hatte der fidele Klangkörper sogar einen Präsidenten. Und Zillerhäusl Hansi war Obmann, da konnte nicht mehr viel schiefgehen. Kulinarische Freuden findet Hansl in der alten Bauernkost, der so genannten Hausmannskost. Sein Lieblingskäse ist der Graukäse. Wenn dazu noch die passende Musik erklingt, dann ist der Genuss geradezu himmlisch.Hansl ist dem Herrgott dankbar, dass er ein so hohes Alter erreichen durfte und mit seiner Frau Theresia kürzlich die Diamantene Hochzeit feiern konnte. Er ist sich bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist.
Vielleicht hat ihn die Musik jung gehalten. „Jeder Tag ist in meinem Alter ein Geschenk“, so der trotz seiner Gehbehinderung noch immer mobile und rüstige Kaltenbacher, der morgen seinen 87. Geburtstafg feiern kann.
Wir gratulieren recht herzlich!

ah