Gedanken von Bgm. Klaus Gasteiger


Wer hätte Mitte März gedacht, dass das Coronavirus unser Leben von einem Tag auf den anderen derartig auf den Kopf stellt. Man kann das Virus nicht sehen, nicht hören, nicht riechen, auch nicht schmecken, und es ist uns völlig fremd!

Behördliche Einschränkungen auf nahezu allen Ebenen sind mittlerweile unumgänglich. Diese Erfahrung ist für die meisten Menschen in unserem Land völlig neu und mit einschneidenden Veränderungen verbunden. Es ist das Gebot der Stunde, jetzt alles zu tun, um die Ausbreitung einzudämmen und ein Kollabieren des Gesundheitssystems zu verhindern. Jede und jeder Einzelne von uns hat dies in der Hand. Ich bitte um Disziplin, Mitarbeit und Durchhaltevermögen!

Wir sind nicht weich gelandet, aber die harte Notbremsung war aus aktueller Sicht definitiv die einzige Option. Persönlich weiß ich, wie es ist, immer wieder - der jeweiligen Situation angepasst - schwierige Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohl der Allgemeinheit treffen zu müssen. Nachträglich Kritik zu üben ist dagegen leicht.

Jetzt ist angesagt, nach vorne zu blicken und mit Mut und Zuversicht die nächsten Schritte zu planen: Die Wirtschaft muss schnellstmöglich wieder aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt werden. Nur so entstehen Perspektiven für Verantwortungsträgerinnen und Jobs für MitarbeiterInnen. Da die Dauer der unumgänglichen Maßnahmen noch unklar ist, ersuche ich alle dringend, bei unseren örtlichen Unternehmerinnen einzukaufen. Nur so kann die heimische Wirtschaft belebt werden. Ich bitte euch zudem, bewusst zu entscheiden, ob der internationale Onlinehandel - vielfach ohne Steuerabgabe - anstatt der wieder anzukurbelnden heimischen Wirtschaftskrise forciert werden soll.

Das Jahr 2020 wird Spuren hinterlassen. Die Rückkehr in die Normalität wird sich in kleinen Schritten vollziehen, dennoch muss das tägliche Leben vor Ort möglichst reibungslos organisiert sein.

Noch nie war ich so froh, dass wir im Laufe der vergangenen 20 Jahre finanziell intensivst in die Infrastruktur zur täglichen Versorgung der Menschen mit quellfrischem Wasser, in die Entsorgung durch eine funktionierende Kanalanlage, in die kuschelige Wärmeversorgung,

in die Versorgung mit Strom und in die Straßenbeleuchtung, in die Abfallentsorgung und zuletzt in ein Glasfasernetz investiert haben. Nur so kann die umfassende Versorgung am „Best Point of Service“ erfolgen. Unsere Infrastruktur trotzt der Krise und hat sich bewährt!

Gerade weil wir in unserer Bewegungsfreiheit und Mobilität ungewohnt massiv eingeschränkt sind, wäre es nicht auszudenken, wenn die technische Infrastruktur auch nicht funktionieren würde. Sensibilisiert haben mich nicht zuletzt ältere Menschen in unserer Gemeinde, welche mir immer wieder erzählt haben, wie es war, als nach dem 2. Weltkrieg alles am Boden lag und die Infrastruktur mühsam im Laufe von Jahrzehnten wieder aufgebaut werden musste.

Auch am Gemeindebudget wird die Pandemie seine Spuren hinterlassen: Ich rechne derzeit mit ca. 25 Prozent weniger Einnahmen aufgrund der zahlreichen geschlossenen Betriebe und daher mit weniger Kommunalsteuern. Ebenso werden die Abgabenertragsanteile, also die Anteile an jenen Abgaben, die der Bund einhebt, wie Umsatz-, Lohn-, Körperschaftssteuer usw. einbrechen, denn diese sind abhängig von der Kaufkraft der Bevölkerung. Projekte sind neu zu überdenken.

Ich appelliere diszipliniert weiter durchzuhalten und nicht den Mut zu verlieren.