Zum Fest Allerheiligen:


Der katholischen Heiligenfrömmigkeit hat man oft vorgeworfen, sie verstelle den Zugang zu Christus und zu Gott und würde Unwesentliches zu sehr in den Vordergrund stellen.

Es mag Auswüchse gegeben haben, aber grundsätzlich ist die Heiligenverehrung nicht unbedingt eine nebensächliche Sache.

Als Einzelner muss man sicherlich die Heiligen nicht verehren, dies ist nicht heilsnotwendig. Wer es aber tut, vergöttlicht damit nicht Menschen, sondern preist Gott, der im Laufe der Geschichte unserer Kirche diese Menschen besonders begnadet hat.

Die Heiligen haben dabei in ihrer Situation ein christliches Leben verwirklicht. Demnach sind Heilige eine konkretisierte Theologie. Denn im Letzten kommt es darauf an - auch für die Theologen -, dass Früchte aus dem Glauben erwachsen. Das Fest Allerheiligen betont dieses Faktum unseres Glaubens, dass es auf die Verwirklichung ankommt. Wir gehen in diesen Tagen auf die Friedhöfe. An so manchem Grab können wir sagen: das Leben dieses Menschen war gut, weil er Gott ins Spiel gebracht hatte; alles andere zählt nicht mehr. 

Das eine Notwendige aber zeigt sich in seiner ganzen Bedeutung: Gott und sein Reich der Liebe. Allerheiligen sagt mir, dass es eine Vollendung gibt, ein Ziel, das Gott wirkt und zu dem wir unterwegs sind. Gott ist nämlich kein Gott der Toten, sondern der Lebenden! ah