Aus der Kirchengeschichte von Kaltenbach

Die Marienkapelle in Kaltenbach wurde in den Jahren 1946 bis 1948 unter dem damaligen Pfarrer Michael Penz errichtet.

Pfarrer Michael Penz wirkte mehr als 40 Jahre als Seelsorger der Gemeinden Ried und Kaltenbach. Er starb am 15. August 1962.


Die Kirchengeschichte von Kaltenbach ist eng mit der von Ried verknüpft. Die erstmalige Erwähnung einer Kirche in Ried datiert aus dem Jahr 1434. Die heutige Pfarre Ried (offiziell heißt sie Ried-Kaltenbach) gehörte damals noch unmittelbar zur Mutterpfarre Fügen. An jedem Donnerstag wurde damals für die Bewohner von Aschau, Kaltenbach und Ried eine Messe gelesen. 

Als 1807/08 im Rahmen der Übergabe des Salzburgischen Zillertals an das Kaiserreich Österreich die Mutterpfarre Fügen dem Erzbis-tum Salzburg, die Hauptmannschaft (Gemeinde) Kaltenbach und Aschau von der Kuratie Ried ausgeschieden und der Pfarre Zell einverleibt wurden, verblieb die Gemeinde Ried als tirolische Enklave in der alten Diözese Brixen und musste daher zur selbstständigen Seelsorge erhoben werden. Zum historischen Tag wurde der 8. März 1817, als der Ziller offiziell zur Diözesangrenze zwischen Salzburg und Brixen erklärt wurde. Im gleichen Jahr wurden Aschau und Kaltenbach wieder nach Ried ausgepfarrt. Als 1850 Aschau eine eigene Kirche und einen eigenen Seelsorger erhielt, gehören seit dieser Zeit zur Seelsorge Ried nur mehr die Gemeinden Ried und Kaltenbach. 

Bis 1948 gab es in Kaltenbach keinen größeren sakralen Bau, in dem man den Gottesdienst feiern konnte. Am linken Ufer des Kaltenbaches stand seit etwa 1650 die Maria-Heimsuchung Kapelle, die mit der Zeit immer mehr verfiel und man dachte schon daran, sie aufzugeben. Als am 4. November 1944 feindliche Flugzeuge über Kaltenbach Brandbomben abwarfen, kam wie durch ein Wunder kein Dorfbewohner ums Leben. Aus Dankbarkeit darüber gelobte man nach Kriegsende an Stelle der alten Marienkapelle eine neue, größere zu errichten. Als die neue Kapelle vor allem dank des großen Einsatzes von Franz Geisler („Lositerer“) 1948 fertiggestellt war, wurde das kostbare alte Inventar in den Neubau übertragen. 

Bei der Neuhüttenalm, in unmittelbarer Nähe der Zillertaler Höhenstraße, wurde 1984 anlässlich der 175-Jahr-Feiern der Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 eine dem hl. Hubertus geweihte Kapelle mit einem sieben Meter hohen Turm errichtet.