Firma Empl eröffnet „Kunst am Bau“ in Kaltenbach

Foto: Wolfgang Thaler

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Foto: Nikolaus Schletterer

Am 16. September 2013 fand die feierliche Einweihung des von der in der 3. Generation tätigen Familienmitglieder Herbert, Josef und Mag. Heinz Empl ins Leben gerufen Projekt „Am Schmiedeplatz“ (Architekten Giner & Wucherer aus Innsbruck) in Kaltenbach, das das Ortsbild und das Leben der Menschen in ihrer Heimatgemeinde nachhaltig beeinflussen soll. Gleichzeitig war es auch ein großes Anliegen der Familie Empl, unter dem Begriff „Kunst am Bau“ für das Projekt „Am Schmiedeplatz“ etwas Außergewöhnliches, für einen Ort Unverwechselbares und Einzigartiges zu schaffen. Am Donnerstag, den 22. Februar 2018 fand nunmehr vor Presse und geladenen kunstinteressierten Gästen in Anwesenheit der Familie Empl, des Kuratorinnenteams Petra Paolazzi (Innsbruck) und Marion Piffer Damiani (Neustift, Südtirol) sowie der Künstler die Präsentation des Projektes „Kunst am Bau“ statt.

Insgesamt wurden in enger Kooperation mit der Familie Empl und dem Kuratorinnenteam vier ortsbezogene Interventionen von den Tiroler Künstlern Christoph Hinterhuber und Hans Weigand sowie der Südtiroler Musikerin Manuela Kerer verwirklicht.

Zwei architekturgebundene Installationen von Christoph Hinterhuber (Innsbruck) markieren jeweils das zentrale Treppenhaus und die Lifte des neuen Gebäudes. Insgesamt über 5.000 pinkfarbene Schindeln aus Stahlblech überziehen das Treppengebäude und erinnern nicht zufällig an das bekannte Motiv der traditionellen alpinen Architektur. Die Signalfarbe (pink) ist zudem eine Referenz an die wesentliche Funktion dieses Architekturelements als Erschließung und Fluchtweg.
In unmittelbarem Kontrast zu dieser Farbigkeit steht die dreiteilige Installation in den Liftschächten des Gebäudes: schlichte schwarz-weiß Zeichnungen an der Rückwand des Liftschachtes, die während der Liftfahrt zum Leben erwachen: die aneinander gereihten schwarzen Quadrate beginnen ähnlich einem Daumenkino zu „tanzen“ und begleiten die Bewegung nach oben bzw. unten. Eine virtuelle Welt begleitet den Alltag an einem Ort, der nicht typisch ist für die Präsentation von Kunst.
In der Zugangspassage im Osten des Gebäudekomplexes trifft man hingegen auf ein flächenfüllendes 13 m langes digitales Wandbild von Hans Weigand (Hall in Tirol), das in einem Mix aus Fotorealistischem und Malerischem eine Referenz an den Ort erweist: Den weit aufgespannten Bildraum dominiert eine Struktur aus Stäben und Kugeln, auf denen sich die Anfänge der Unternehmerfamilie Empl und damit verbunden die Geschichte des Ortes - wie die „Empl Schmiede“ oder das erste Lastauto des „Alpenländischen Fahrzeugbaus J. Empl“ widerspiegeln.

Neben diesen permanenten großformatigen Installationen wurde mit dem Kompositionsauftrag an die Südtiroler Musikerin Manuela Kerer (Brixen) eine imposante tonkünstlerische Medienarbeit („Emplified“*) realisiert: der aufführungsgebundene Beitrag schlägt die Brücke von den rhythmischen Klängen durch Hammer und Amboss aus der historischen Schmiede 1926 zum Klangteppich aus dem heutigen Produktionswerk und den Kranarmen unserer Tage. Ein Musikvideo des Videokünstlers Roland Renner (Graz) von der Uraufführung der Komposition „Emplified“ anlässlich der offiziellen Eröffnungsfeier Am Schmiede Platz, im September 2017 dokumentiert dieses besondere Ereignis. * Der Titel Emplified spielt auf das englische „amplified“ an, was so viel heißt wie verstärken, erweitern, vergrößern, ausschmücken, mehr ins Detail gehen und folglich perfekt zu der Firma Empl passt.

Die unterschiedlichen künstlerischen Medien (Installation, Wandbild, Partitur), die hier am Projekt „Kunst am Bau“ Am Schmiedeplatz in Kaltenbach zum Einsatz kommen, erweitern in ihrem Zusammenspiel die inhaltliche und räumliche Erfahrung des Ortes und vor allem vermitteln und transportieren sie auch etwas von den vielen Erinnerungen und Geschichten, die hier gespeichert sind.

Projektdaten
Ort: Am Schmiede Platz, Schmiedau 2-4, 6272 Kaltenbach/Zillertal
Auftraggeber: Familie Empl, Kaltenbach
Künstler/innen: Christoph Hinterhuber, Manuela Kerer, Hans Weigand
Kuratorinnen: Marion Piffer Damiani, Petra Paolazzi
Architektur: Giner & Wucherer Architekten

Die Künstler
Christoph Hinterhuber - geboren 1969 in Innsbruck; Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien; arbeitet in den Bereichen Installation, Rauminstallation, Video, Medieninstallation, Computeranimation, Computergraphik, digitale Bildbearbeitung; seit 1991 zahlreiche Ausstellungen in Österreich und im Ausland; diverse Publikationen, kuratorische und institutionelle Tätigkeiten; Lehrtätigkeit am studio3/Institut für experimentelle Architektur an der Universität Innsbruck und am studio2/Institut für Gestaltung an der Universität Innsbruck; lebt in Innsbruck und Wien.

Hans Weigand - geboren 1954 in Hall in Tirol, aufgewachsen in Absam; Medienkünstler, Maler, Musiker; Studium an der Akademie für Angewandte Kunst in Wien (Oswald Oberhuber); lebt und arbeitet in Wien, Tirol und St. Martin an der Raab. Hans Weigand arbeitet parallel in Kunst und Musik, gründete mit Heimo Zobernig das Duo „Avoi-dance“ und mit Raymond Pettibon, Albert Mayr und Johann Neumeister die Band „Crincum Crancum“.

Manuela Kerer - geboren 1980 in Brixen (Südtirol), Komponistin, Studium der Violine und Komposition am Tiroler Landeskonservatorium, Studium der Rechtswissenschaften und Psychologie an der Universität Innsbruck, lebt und arbeitet in Brixen und Innsbruck.