Vergängliche Schneeschnitzkunst auf 2.000 m


Wer kennt es nicht, das Iglu Dorf „White Lounge“ auf 2.000m Seehöhe über den Dächern von Mayrhofen. Ein echtes „Wow Erlebnis“, Treffpunkt, Lifestyle pur - „the place to be“. Von außen schon imposant ist das Highlight dieser einzigartigen Location die phantastischen, überdimensionalen und in mystischen Licht getauchten Schnee- und Eisschnitzereien.

Verantwortlich für diese Zaubereien im Schnee sind die beiden jungen Brandberger Künstler Tobias Anker und Manuel Oblasser. Bereits im vergangenen Sommer zeigte Manuel, Absolvent der Schnitzschule in Elbigenalp, seine bildhauerischen Fähigkeiten beim Schauschnitzen am Ahorn. Und Tobias, der zur Zeit den Zweig Bildhauerei der HTL Bau- und Design in Innsbruck besucht, hat bereits letzten Winter als Praktikant bei der Scahaffung der Schneekunstwerke mitgearbeitet.

So verwundert es auch nicht, dass Markus Hoflacher, Betriebsleiter Stv. der Mayrhofner Ahornbahn, die beiden Brandberger Künstler für die kreative Innengestaltung der Schneeiglus engagiert hat.

Mit Rindenschälmessern (Schäpser), Schnitzeisen, Schleifbretter, Spachteln, Schaufeln und Spraydosen bewaffnet machten sich die beiden Ende Dezember auf dem Weg ins „Iglu Dorf“ am Ahorn. Zu allererst mussten die Flächen und Dimensionen der Skulpturen festgelegt werden um anschließend mit der Spraydose die Umrisse des Motivs zu skizzieren. Darauf folgten die ersten bildhauerischen Schritte in denen Adler & Co grob aus der Schneewand ausgestochen und in weiterer Folge der Form angenähert wurden. „Ein großes Problem bei Arbeiten im Schnee sind die unterschiedlichen Materialeigenschaften. Der Schnee bricht gerne und wieder zuspachteln ist nur bedingt möglich. Darüber hinaus besitzt die Schneewand mit einer durchschnittlichen Stärke von 1,5 mnur eine begrenzte Dicke. Ein weiteres Handicap ist der jeweilige Standort bzw. Arbeitsplatz auf einem Gerüst bzw. auf einer Leiter, welcher ein großflächiges Arbeiten sehr schwierig macht. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Schneewand zum Teil überhängend und so über Kopf gearbeitet werden muss“, lassen uns Tobias und Manuel wissen.
Über 10 Tage haben die beiden in Schnee und Eis verbracht und phantastische Kunstwerke geschaffen, die tausende Besucher immer wieder in Staunen versetzen. Der einzige Wermutstropfen an dieser Sache ist ... das Ende der Winterzeit, wenn ihre Kunstwerke den Temperaturen zum Opfer fallen werden. Was bleibt ist die Gewissheit, dass mit diesen beiden nicht nur Brandberg, sondern das ganze Tal zwei junge, kreative Menschen und Künstler in ihren Reihen hat.