Aus der Ortsgeschichte von Kaltenbach


Im 5. Jahrhundert endete mit der Völkerwanderung die Herrschaft der Römer im Alpenraum  Von Norden her kommend siedelten sich germanische Völker an. Im 8. Jahrhundert dürfte Tirol und somit auch das Zillertal christianisiert gewesen sein. Um diese Zeit entstand wohl auch die erste christliche Mönchszelle im heutigen Zell am Ziller. Daraus erwuchs die spätere Urpfarre und das heutige Dekanat, zu dem zeitweise auch Kaltenbach gehörte.

„Chaltenbach“ wird erstmals um 1150 urkundlich erwähnt, indem ein Heinrich von „Chaltenbach“ bezeugt, dass der Edle Gotelieb von Harde (Hart) an das Kloster Herrenchiemsee einen Weingarten zu Velse (Völs bei Bozen) übergibt. 1193 bezieht Graf Siboto von Falkenstein von Heinrich von „Chaltenbach“ einen Saum Wein und 1299 gibt Meinhard von Kaltenbach seinen Hof zu „Oberchaltenbach im Celerstal“ dem Pfarrer Wernher von „Celle“ (=Zell) anstelle des Erzbischofs von Salzburg. Gerichtlich gehörte Kaltenbach immer zu Zell. 

In der Wirtschaftsgeschichte des Zillertales spielt Kaltenbach eine wichtige Rolle; hier begann der Zillertaler Arzneienhandel, der mit den Ölträgern im 17. Jahrhundert

einsetzte. Damals erhielt der Salzburger Feldarzt Peter Schragl, der sich in Kaltenbach niedergelassen hatte, die landesfürstliche Befugnis, im Dorf gewisse heilkräftige Öle („Geister und Arzneien“) als medizinische Hausmittel herstellen und verkaufen zu dürfen. Bald wurde der Ölhandel sehr ertragreich und reichte bis in die Schweiz und weit nach Deutschland hinein.

Das von der Tiroler Landesregierung 1976 verliehene Gemeindewappen, das ein halbes Mühlrad zeigt, will an die zahlreichen Mühlen erinnern, die in früheren Jahrhunderten das Wirtschaftsleben des Ortes bestimmten.             

ah