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Rückblick und Vorschau zum Jubiläum

150 Jahre AV Zillertal – was geschah in den vergangenen 25 Jahren

Mittwoch, 19. Januar 2022
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Der AV-Zillertal feiert sein 150-Jahr-Jubiläum und wie es sich für solch würdige Anlässe gehört, gilt es einen Blick zurück, aber auch ein wenig in die Zukunft zu blicken. Wie es beim Alpenverein im Zillertal bisher üblich war, findet so ein Blick zurück und auch voraus im größeren Umfang alle 25 Jahre statt. Aus diesem Grunde haben wir kürzlich den ersten Vorsitzenden und AV-Urgestein Paul Steger getroffen, um mit ihm ein wenig über die Aktivitäten des AV-Zillertal zu sprechen.

Paul Steger hat am 7. Dezember 1996 das Amt des Vorsitzenden mit 960 Mitgliedern übernommen. Heute, zum 150. Jubiläum, kann der AV-Zillertal auf knapp 2.700 Mitglieder verweisen. Aber auch sonst hat sich in den letzten 25 Jahren einiges getan.

Das Jubiläumsjahr 2021
Dank der geringen „Corona-Zahlen“ ist es dem AV gelungen, ein überaus erfolgreiches Tourenprogramm mit reger Teilnahme abzuwickeln und auch sonst allerlei Pläne und Ideen umzusetzen. „Für mich persönlich zählt die Tour auf die Dreiherrnspitze mit der darauffolgenden Bergmesse am Hundskehljoch am 11./12. September 2021 im 25. Jahr meiner Funktion als Vorsitzender und nach zahlreichen alpinen Highlights in den vergangenen Jahren zu den Höhepunkten meiner Vereinstätigkeit“, resümiert Paul Steger um fortzufahren: „Zum Jubiläum konnten wir außerdem das ‚Große Zillertaler Wanderbuch‘ herausgeben, ein Gipfelkreuz auf der mittleren Grünbergspitze aufstellen und bei ‚unserer‘ Schihütte am Penken ein Erinnerungsmarterl samt Erinnerungsbuch an unsere verunglückten und verstorbenen Mitglieder errichten.
Auch im vergangenen Jahr sind einige langjährige Mitlieder verstorben, denen wir ein ehrendes Gedenken bewahren wollen. Es sind dies: Michael Mayerl – 75 Jahre Mitglied, Gottfried Hainz – 60 Jahre, Anton Sailer – 48 Jahre, Erich Hotter – 47 Jahre und Roswitha Hotter.
Zum Abschluss möchte ich allen, die am Gelingen der unterschiedlichsten Aktivitäten zum Jubiläumsjahr beteiligt waren, ob als Ideengeber, Schreiber, Planer, Träger, Arbeiter, Sammler, Koordinator, Organisator und auch Stifter und Sponsor ein ‚herzliches Vergelt‘s Gott‘ sagen“.

Schihütte am Penken
1939 wurde die Schihütte vom Alpenverein Zillertal übernommen und wird seit damals von den Mitgliedern genützt. Regelmäßige Wartungsarbeiten und Verbesserungen sind alljährlicher Bestandteil der AV Vereinsarbeit. Die Hütte steht auf einem Grundstück der Agrargemeinschaft Schwendau und ist in einem Pachtvertrag bis 2032 gebunden.

Alpenvereinsheim
Das gemütliche Alpenvereinsheim in der Mayrhofner Sportplatzstraße gibt es seit 1988 und wurde 1998 mit dem Naturparkbüro und einem Boulderraum erweitert. Der Vertrag mit der Marktgemeinde Mayrhofen läuft bis 31.12.2027. Von 2004 bis 2019 wurde außerdem in gutem nachbarschaftlichem Einvernehmen bei und mit „Guy Schettla“ (Josef Kröll) die „Schettla‘s Boulderhalle“ betrieben.

Naturschutz
Die Alpenvereine, so auch der Alpenverein Zillertal als Sektion des DuOeAV, wurden gegründet, um die Alpen den Bewohnern der Städte Europas durch Hütten und Wege leichter zugänglich zu machen. Ergänzt durch Bergführer, Bergrettung usw. wurde eine umfassende alpine Infrastruktur aufgebaut. Damit erwuchs dem Verein eine große Verantwortung für den Natur- und Kulturraum Alpen – und so wurde der Österreichische Alpenverein auch dessen Anwalt. Im Jahr 1927 wurde der Naturschutz in seine Statuten aufgenommen.

Im Jahre 1991 wurde mit der Installierung des Ruhegebietes Zillertaler Hauptkamm auf Grund der Initiative des Alpenvereins der Grundstein zum Naturpark gelegt. Mit einer großen Demonstrations-Tour in die Wilde Krimml im Jahr 1997 wollte man darüber hinaus den Schutz auch dieses Naturraumes erwirken, was nur teilweise gelang. Dazu der 1. Vorsitzende: „Lediglich Bereiche in denen kein Schigebiet geplant war, wurden dann in ein Ruhegebiet gefasst.
Darüber hinaus mahnten wir möglichst naturverträgliche Ausführungen ein: beim Moutainbike-Wegenetz, bei Gesteinsabbauten, bei Energieprojekten wie Umspannwerk Uderns, 380 KV-Leitung (Ende der 80er Jahre in der Bürgerinitiative Lebensraum Zillertal – BILZ), dann beim Märzenbach, KW Sidan, später Beileitung Tuxbach, Umbau Bösdornau und nicht zuletzt bei Schigebietserweiterungen im gesamten Tal.“

Bergsteigen & Co
Die saisonalen Tourenprogramme verschiedenster Art und Ausführung werden seit Jahrzehnten von den Mitgliedern gerne und gut angenommen. Von Zeit zu Zeit werden dabei sogar Tourenkönige und Tourenköniginnen gekürt. Mit einer schönen Regelmäßigkeit konnte auch auf die Radtouren im Frühjahr unter der Schirmherrschaft von Ehrenmitglied Walter Mahlknecht, in den letzten Jahren unterstützt von Georg Huber und Richard Geister, zurückgeblickt werden. Auch die „Mittwochs-Touren“ und Weitwanderwochen von und mit Hans Knauer, inzwischen unterstützt vor allem durch Wolfgang Kreidl, sind aus dem Vereinsjahr nicht mehr wegzudenken.
Die Tourenführer Christian Steger und Alois Stöckl organisieren seit 2004 regelmäßig interessante Auslandsbergfahrten – abwechselnd in den Alpen und anderen Gebirgsgruppen Europas, Afrikas und Asiens.

Klettern und Bouldern
Matthias Schiestl, Alfons Dornauer, Andreas Summerer und jüngst Ella Graf erbrachten und erbringen immer wieder außergewöhnliche Leistungen im Klettersport.

Kinder und Jugend
Auch die Kinder- und Jugendarbeit ist für den AV eminent wichtig. So leisteten in Zell am Ziller Sigi Radauer und nachfolgend Horst Ender mit ihren UnterstützerInnen viele Jahre hindurch eine umfassende Jugendarbeit. Auch die ehemalige Geschäftsführerin des Naturparkes Gudrun Wallentin engagierte sich mit Nicola Fankhauser sehr erfolgreich für die Kinder und am Beginn der 2000er Jahre war das Kinderklettern in „Schettlas Boulderhalle“ fest im Aktivitätsprogramm. Zur Zeit zeichnet Alois Stöckl für das Kinderprogramm verantwortlich.

Bergmesse am Hundskehljoch
1992 wurde die erste Bergmesse am Hundskehljoch gefeiert. Der Ort für diese Bergmesse des Vereins ergab sich auch aus den regelmäßigen Begegnungen mit den Ahrntaler Bergsteigern aus den Sektionen Sand in Taufers und Ahrntal im Rahmen der Zillertal-Ahrntal-Treffen und aus dem gemeinsamen Interesse heraus, hier keine Straßenverbindung zuzulassen (1984 versammelten sich auf Initiative des Alpenvereins rund 300 Ahrntaler und Zillertaler am Hundskehljoch zu einer großen Demonstration gegen eine solche Straße).

Gipfelkreuze
Die Aufstellung von einem Gipfelkreuz ist ein besonderes Erlebnis für all jene, die daran mitarbeiten. So geschehen gleich drei mal in den vergangenen Jahren: 31. Mai 2004 am Grundschartner, 12. September 2009 auf der Löffelspitze in der Hundskehle und am 18. September 2021 auf der mittleren Grünbergspitze (zum Jubiläum des Vereins in persönlicher Dankbarkeit gestiftet von Regina und Paul Klingler).

Besondere Veranstaltungen
Die Ausrichtung der Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins zählt zu den größeren Aufgaben für eine Sektion, müssen doch mehrere Tagungen, die eigentliche Hauptversammlung und ein Begleitprogramm für mehrere Tage und hunderten TeilnehmerInnen vorbereitet werden. In den Jahren 1948, 1980 und zuletzt 2011 (zum 140-jährigen Jubiläum der Sektion und gleichzeitig zum 20-jährigen Bestand des Naturparkes) war Mayrhofen der Austragungsort dieser Veranstaltung.

Ein Blick in die Zukunft
„Leider konnten auf Grund von Corona im Jubiläumsjahr 2021 keine Festveranstaltungen stattfinden. Diese sind nun für das kommenden Frühjahr geplant“, lässt uns Vorsitzender Paul Steger wissen und gibt uns einen kurzen Einblick in weitere Zukunftspläne: „Mit dem Winterprojekt „fit4powder“ wollen wir mit befreundeten Vereinen für die Jugend des Tales einen wichtigen zeitgemäßen Zugang zum Bergsport öffnen – und auch weit darüber hinaus junge Leute zum Engagement für den Bergsport gewinnen.

Für das Alpenvereinsheim muss im Einklang mit der Marktgemeinde Mayrhofen und der SVg Mayrhofen eine langfristig tragfähige Lösung erarbeitet werden und nicht zuletzt halten wir die Tuxer Alpen unter aktiver Beobachtung, denn der Druck seitens der Schigebiete in Richtung umfassender Erschließungen ist wieder einmal stark zu spüren.

Der Alpenverein Zillertal bleibt somit auch nach 150 Jahren eine wichtige Größe im Gesellschaftsgefüge des Tales – und wir werden unser Aufgaben weiterhin im Sinne schöner gemeinsamer Stunden in der Bergwelt des Tales und als Anwalt derselben gerne und mit Freude ausführen!“

Zillertaler Zeitung

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